Neuerscheinungen

Drei Generationen. Shoah und Nationalsozialismus im Familiengedächtnis

Hg. von Martha Keil und Philipp Mettauer
Schriftenreihe des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, Band 2
Studienverlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2016

mehr...

Den ehemaligen Mitgliedern der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ stand es weitestgehend offen, sich mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen oder darüber hinweg zu sehen. Für die verfolgten Jüdinnen und Juden, für ihre Kinder, Enkel und Enkelinnen hingegen war und ist es unvermeidbar, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen.
Die in diesem Band versammelten Beiträge nähern sich der Problematik der Nachkommen einerseits von Überlebenden und Opfern der Shoah sowie der rechtzeitig Geflohenen, andererseits von Täterinnen, Tätern und Mitläufern an. Fragen der transgenerationalen Weitergabe sowohl von Trauma als auch von Ressourcen, Formen der Auseinandersetzung und Reflexion, Strategien der Verarbeitung bzw. Verdrängungsphänomene werden nicht nur auf wissenschaftlicher und gesellschaftlicher, sondern auch auf sehr persönlicher Ebene diskutiert. Der Tagungsband, hervorgegangen aus der 23. Internationalen Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs 2013 in Wien, vereint neue Forschungsergebnisse aus historischen, psychoanalytischen, therapeutischen, psychologischen, künstlerischen sowie literatur- und bildungswissenschaftlichen Perspektiven.

Inhaltsverzeichnis

  • Philipp Mettauer, Vorwort und persönlicher Zugang
  • Philipp Mettauer, Entwurzelt? Erzwungene Emigration im Familiengedächtnis
  • Lenka Šindelářová, Meine persönliche erste Generation
  • Philipp Mettauer, Deportationen und Konzentrationslager im Familiengedächtnis
  • Nina Flurina Caprez, Leben „dank“ der Shoah. Spuren der Verfolgung bei einer Überlebenden und ihrer Enkelin
  • Marianne Windsperger, Generation 3.0: Narrative der dritten Generation. Eine Bestandsaufnahme
  • Nicole L. Immler, Gefühltes (Un-)Recht im Familiengedächtnis. Zum Aspekt der „Generation“ in der Entschädigungspolitik
  • Christian Klösch, Nationalsozialismus im Familiengedächtnis. Beispiele aus Familien von Vertriebenen, Kriegsgefangenen und Wehrmachtssoldaten
  • Jürgen Müller-Hohagen, Seelische Auswirkungen der NS-Zeit bei Nachkommen von Tätern und Mitläufern
  • Margit Reiter, Die Shoah im Familiengedächtnis. Transgenerationelle Tradierung von Antisemitismus auf die „Kinder der Täter“
  • Iris Wachsmuth, Der Dialog über die Shoah in Familien von Täter(inne)n und Mitläufer(inne)n
  • Jo Schmeiser, „Oma war ein Nazi“– Wie (an)erkennen Frauen die NS-Verstrickungen ihrer Großmütter?
  • Kurt Grünberg/Friedrich Markert, Todesmarsch und Grabeswanderung – Szenisches Erinnern der Shoah. Ein Beitrag zur transgenerationalen Tradierung extremen Traumas in Deutschland
  • Julia Demmer, Das Familiengedächtnis im öffentlichen Austausch. Intergenerationale Kommunikationsprozesse bei Zeitzeug(inn)engesprächen
  • Daniel Wutti, Retraumatisierung und Reinszenierung. Kärntner SlowenInnen im und nach dem Nationalsozialismus
  • Autorinnen und Autoren                                                                             

 

...weniger

 

Quellen zur jüdischen Geschichte Niederösterreichs

Die Vorträge des 33. Symposions des NÖ Instituts für Landeskunde gemeinsam mit dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs. St. Pölten, 19.-20. November 2013. Hg. von Martha Keil und Elisabeth Loinig (Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde. Hg. von Elisabeth Loinig und Reinelde Motz-Linhard, Band 58). St. Pölten 2016.

mehr...

Inhaltsverzeichnis

Martha Keil, Zeugen von Gewalt. Mittelalterliche hebräische Fragmente in niederösterreichischen Bibliotheken

Birgit Wiedl, Wer ist Ernustus iudeus? Die schwierige Suche nach Juden in mittelalterlichen Archivbeständen

Eveline Brugger, Daz her Chalhoh von Eberstorf gelten sol Lebmanne dem Juden. Das Archiv der Herren von Ebersdorf als Fundgrube für die mittelalterliche jüdische Geschichte

Elisabeth Loinig, Toleriert oder Abgewiesen. Die Niederösterreichische Regierung und die Juden in WIen im 18. Jahrhundert – Argumentationsmuster, Strategien und Entscheidungsfindung zwischen Normen und Werten

Christoph Lind, Tolerierte, Wanderhändler, „Illegale“. Juden in Niederösterreich vor 1848

Iris Palenik, Die vergessene „erste“ Migration. Die Einwanderung nach Österreich von 1848 bsi 1921 in jüdischen Lebenserinnerungen

Philipp Mettauer, „Da Sie jüdischer Abstammung sind, halte ich Sie nicht für geeignet, in einem kulturvermittelnden Beruf tätig zu sein." – Quellen zum Buchhandel in der NS-Zeit

...weniger

 

In die Häuser schauen. Aspekte jüdischen Wohnens vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert

Reihe: Juden in Mitteleuropa, Ausgabe 2016
84 Seiten, 7,– Euro, erhältlich im ausgewählten Buchhandel oder per |mail: direkt bestellen|.

mehr...

Freiwilliges Zusammenleben in Judenvierteln und gewaltsame Ansiedlung in Ghettos, bürgerliche Wohnräume und überfüllte „Sammelwohnungen“ – zwischen diesen Extremen konnte sich jüdisches Wohnen durch die Jahrhunderte europäischer Geschichte gestalten.

Das Themenheft stellt unter einem kulturhistorischen und alltagsgeschichtlichen Blick unterschiedliche Wohn- und Lebensformen vor: Beginnend im Mittelalter mit dem Wohnen in Häusern und Wohnungen, Tür an Tür mit der christlichen Mehrheitsbevölkerung, über den Versuch der Segregation in eigene „Judenhäuser“ bis hin zur erzwungenen Übersiedlung in „Sammelwohnungen“, um auf die Emigration oder Deportation zu warten – so weit spannte sich der Bogen möglicher Wohnsituationen für die jüdische Bevölkerung.

Ein weiterer Aspekt ist das Wohnen im „Transit“. Diesem widmen sich mehrere Beiträge und thematisieren unfreiwillige, jedoch temporäre Ansiedlungen, ausgelöst durch Flucht, Vertreibung, Zwang oder die Befreiung mit dem Ende des 2. Weltkriegs.

Inhalt

  • Martha Keil, Höfischer Tanz im jüdischen Saal. Wohnen und Repräsentation nicht nur im Spätmittelalter
  • Eveline Brugger, „Judenhäuser” im mittelalterlichen Österreich
  • Elisabeth Loinig, Von den Christen soviel es immer möglich abgesondert ... Jüdisches Wohnen in Wien im 18. Jahrhundert
  • Christoph Lind, In Wohnungen und Lagern. Jüdische Flüchtlinge in NIederösterreich 1914–1918
  • Birgit Johler, Möbel aus Freud's Dining Room, London: Eine Beziehungsgeschichte
  • Philipp Mettauer, „Das ewige Übersiedeln”. Die Wiener Sammelwohnungen 1939-1942
  • Wolfgang Gasser, „Abgemeldet”. St. Pöltner Jüdinnen und Juden in Wiener Sammelwohnungen. Ein Schulprojekt
  • Ronald Friedmann, Deportiert auf eine Trauminsel
  • Jim Tobias, Leben nach dem Überleben. Das International Children's Center im Kloster Indersdorf

 

...weniger

 

„Ostjuden“ – Geschichte und Mythos

Hg. von Philipp Mettauer und Barbara Staudinger
Schriftenreihe des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, Band 1
Studienverlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2015

Der Tagungsband zur gleichnamigen Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs dekonstruiert den Begriff „Ostjuden“ und diskutiert jüdische Lebenswelten im Spannungsfeld zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdzuschreibung im globalen Kontext. 

mehr...

Um 1900 veränderte sich die jüdische Welt Europas. Pogrome und wirtschaftliche Not veranlassten Tausende osteuropäische Jüdinnen und Juden, nach Palästina, Amerika und in die mitteleuropäischen Metropolen zu migrieren. Dort trafen die in der Mehrzahl traditionell und religiös geprägten „Ostjuden“ auf weitgehend in die nichtjüdische Gesellschaft integrierte „Westjuden“. In diesem neuen Umfeld dienten sie häufig als Fläche für Projektionen, die zwischen dem Klischeebild des rückständigen und dem Ideal des „authentischen“ Judentums oszillierten.

Die Forschungserkenntnisse aus Geschichte, Kultur- und Literaturwissenschaften führen zur Hinterfragung vermeintlich statischer Mythen und zur Korrektur noch immer aktueller Stereotype.

Inhalt

  • Philipp Mettauer, Vorwort
  • Anna Lipphardt, Wo liegt Osten? Zur (Selbst-)Verortung osteuropäischer Juden
  • Barbara Staudinger, Unerwünschte Fremde. Galizische Juden in Wien: Zwischen Integration, Wohlfahrt und Antisemitismus
  • Gertrud Pickhan, „Ostjudentum“ und Mizrekh-Yidishkeyt. Begriffskonstruktionen, Selbstwahrnehmungen und Fremdzuschreibungen
  • Svjatoslav Pacholkiv, Galizische Judenedikte im Kontext der Josephinischen Toleranzpolitik
  • Susanne Talabardon, Reb Melech oder: Die Metamorphose des Elimelech von Lezajsk (1717–1787) vom Kabbalisten alter Schule zum Zaddik von Galizien
  • Andreas Vormaier, Ölrausch. Über eine aufstrebende Erdölindustrie in einer postfeudalen Gesellschaft
  • Peter Becker, Von Jamnica nach Kapstadt und Buenos Aires. Anna Königsberg und der Mädchenhandel in der Habsburgermonarchie
  • Michael Hagemeister, „Geheimnisse des Judentums“ und ihre „Enthüllungen“. Von Biarritz zu den Protokollen der Weisen von Zion
  • Joachim Schlör, Jeszcze piękniejsze od Paryża. Die „Ostjuden“ im Palästina der 1920er Jahre
  • Marianne Windsperger, Schtetl revisited: Jüdische Familiengeschichten zwischen New York und Osteuropa
  • Autorinnen und Autoren                     

 

...weniger

 

Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich im Mittelalter

Band 3: 1366–1386
Eveline Brugger, Birgit Wiedl
Hg. vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs. StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2015
|Download|

In Österreich ist reichhaltiges urkundliches Quellenmaterial zur mittelalterlichen Geschichte der Juden überliefert; dazu kommen zeitgenössische historiographische, literarische und theologische Texte. Die zahlreichen Quellen geben Aufschluss über die wirtschaftliche, rechtliche und persönliche Situation der Juden sowie über den Umgang der christlichen Umwelt mit ihnen.

mehr...

Daher wurde am Institut für jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten) eine Publikationsreihe in Angriff genommen, die dieses Material erstmals gesammelt in Regestenform zugänglich macht. Der vorliegende zweite Band dieser Reihe umfasst den Zeitraum von 1339 bis 1365; die darin enthaltenen Quellen lassen die Folgen der 1338 von Pulkau ausgehenden Verfolgungswelle ebenso erkennen wie die Auswirkungen, die die Pestzeit auf die österreichischen Juden hatte. Dazu ergeben diese Quellen ein genaueres Bild der Judenpolitik der Herzöge Albrecht II. und Rudolf IV. sowie der Landesfürsten der nicht von den Habsburgern regierten Territorien auf dem heutigen Bundesgebiet.

...weniger

 

Juden und Geheimnis

Interdisziplinäre Annäherungen. Hrsg. von Claus Oberhauser (Interdisziplinäre Foschungen 25). Innsbruck University Press, Innsbruck 2015.

Die Beiträge dieses Sammelbandes gehen auf die 22. Internationale Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs zurück. Aus interdisziplinärer Sicht beschäftigen sich WissenschaftlerInnen mit dem Thema „Juden und Geheimnis“, wobei inner-, außer- und antijüdische Sichtweisen und Lesarten vorgestellt, diskutiert und besprochen werden.

mehr...

Ziel der Auseinandersetzung mit dem alles andere als unproblematischen Verhältnis zwischen Juden und Geheimnissen ist es, die imaginäre Geschichte des „jüdischen Geheimnisses“ nicht fortzuschreiben, sondern aktiv an der Dekonstruktion von historisch gewachsenen sowie auf Nicht-Wissen basierenden Vorurteilen mitzuwirken.

Inhalt

Religion und Philosophie

  • Gerhard Langer, Wissen und Macht. Aspekte des Geheimnisses in der rabbinischen Literatur
  • Knut Martin Stünkel, „Das eigentlich Religiöse in der Religion“ – Die Bedeutung des Geheimnisses für das Judentum bei Max Wiener

Literatur und Geheimnis

  • Clemens Räthel, „Gibt es denn hier niemanden, der weiß, wie ein Jude aussieht?“ Adolph Rosenkildes Drama Ein Jude in Mandal (1849) und die Auseinandersetzungen um die rechtliche Stellung der Juden in Norwegen
  • Luisa Banki, Zur Schweigsamkeit verpflichtet. Zum Deutsch-Jüdischen bei Walter Benjamin und Franz Kafka

Verfolgung und Geheimnis

  • Philipp Mettauer, „Die Großen, die flüstern dann, weil die Kinder sollen nicht hören.“ Geheimnisse verfolgter Familien im Nationalsozialismus
  • Anne D. Peiter, „Jüdische Geheimhaltung“ und Geheimpolizei im Spiegel der Tagebücher Victor Klemperers aus dem „Dritten Reich“

Antisemitismus und Verschwörungstheorien

  • Claus Oberhauser, Die Konstruktion des jüdisch-freimaurerischen Verschwörungsmythos: Augustin Barruel, Simoninis Brief und die Folgen
  • Matthias Falter, Das „geheime Judenthum“ und sein „Weltherrschaftstraum“.
    Antisemitische Konstruktionen jüdischer Macht und ihre inszenierte Aufdeckung im Abgeordnetenhaus der Habsburgermonarchie
  • Alexander Friedman, Antizionismus und Anti-Masonismus in der Sowjetunion nach dem israelisch-arabischen Sechstagekrieg (1967). Der Verschwörungstheoretiker Vladimir Ja. Begun (1929–1989)

 

...weniger