Neuerscheinungen

Steine der Erinnerung in St. Pölten III/2020

Hrsg. vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs. St. Pölten 2020, Eigenverlag, 68 Seiten, ISBN 978 3 9504682 2 9, € 8,- (plus Porto). |mail: Bestellung|

Am 1. Oktober 2020 wurden vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs gemeinsam mit der Stadt St. Pölten wiederum für die in der NS-Zeit ermordeten St. Pöltner Juden und Jüdinnen „Steine der Erinnerung“ gesetzt. Dieses Büchlein enthält, umrahmt von persönlichen Texten der Angehörigen, die Schicksale von 17 Opfern der Shoah. Die Steinsetzungen werden jährlich fortgesetzt.

Inhalt

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  • Vorwort von Bürgermeister Matthias Stadler
  • „Es liegt an uns, die Namen der Ermordeten zu bewahren.“ Steine der Erinnerung 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz. Vorwort von Martha Keil
  • Brunngasse 1: Heinrich Schwager und seine Frau Sidonie, geb. Werner
  • Gabelsbergerstraße 3: Samuel Hacker und seine Frau Mathilde, geb. Kohut
  • Handel Mazzetti-Straße 75: Adolf und seine Frau Berta Berger, geb. Brosan
  • Kalcherstraße 2: Dr. Hugo Deutsch
  • Linzer Straße 27: Wilhelmine Frumet Wallisch, geb. Kohn,und ihr Sohn Leo Kohn
  • Rathausgasse 8: Ida Weinsaft, geb. Allina, und ihre Schwester Natalie
  • Rathausplatz 8: Rosa Bondy und ihre Schwestern Margarita und Marcella
  • Rennbahnstraße 24: Franz Alois Bondy und seine Frau Frieda Elisabeth, geb. Goldmann; Friedrich Wilhelm Bondy

 

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Zedaka (hebr. Gerechtigkeit). Jüdische Wohlfahrt und Armenfürsorge bis 1938

Reihe: Juden in Mitteleuropa, Ausgabe 2020. 80 Seiten, 8,– Euro (zzgl. Porto). Hier per |mail: zu bestellen|.


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er Begriff der „Zedaka“, das hebräische Wort für Gerechtigkeit, umfasst sowohl ein religiöses und sozialpolitisches Ideal als auch gesellschaftliche Praxis und individuelles Handeln. Dieses grundsätzliche, in der Tora fußende Rechtskonzept entwickelte im Lauf der Jahrhunderte eine enorme Differenzierung, die bereits in der Vormoderne auch jüdischen Frauen die Möglichkeit zur Partizipation und damit zur Sichtbarkeit im Gemeindeleben bot. Die Begünstigten umfassten ein breites sozia les Spektrum, allerdings formulierten die jeweiligen Armen fürsorge bestim mun gen oder Stiftungsstatuten Kriterien für ihren Empfängerkreis, die dem Anspruch von Gerechtigkeit entgegenstanden: Nicht jeder und jeder Bedürftige war einer Unterstützung würdig, und die Gründe für Exklusion spiegelten durchaus die Moralkonzepte der Mehrheitsgesellschaft wider. Diskutiert wird weiters die Frage, ob sich moderne Sozialutopien aus religiösen Konzepten entwickelt haben.

Inhalt

  • Martha Keil „Denn Zedaka rettet vor dem Tod …“. Gerechte Wohltätigkeit und Armenfürsorge im Mittelalter
  • Felicitas HeimannJelinek, Zedaka – aus dem religiösen Rahmen gelöst. Jüdische Stifterinnen und Stifter in Wien
  • Gudrun Wolfgruber, Ein weibliches jüdisches Projekt der Moderne. Bertha Pappenheims soziales Engagement zwischen Frauenbewegung und Religion
  • Maria Maiss, Ilse Arlt (1876–1960). Gerechtigkeit durch schöpferisches Konsumhandeln
  • Christoph Lind, „Das Elend selbst ist auf der Wanderung“. Zedaka und Wanderbettler in Wien bis 1914
  • Anna Michaelis Jüdische Wohlfahrt im Wilhelminischen Deutschland. Das Beispiel Berlin (1890–1917)
  • Christoph Jahr, Wohlfahrt und Weltpolitik. Die Tätigkeit des „Hilfsvereins der deutschen Juden in Palästina“ (1901–1920)
  • Christoph Lind, „Feinste Chokolade, unter ritueller Aufsicht erzeugt“. Koschere Neuigkeiten aus dem Wien der Kaiserzeit
  • Martha Keil – Thomas Kühtreiber, Mobile Dinge, Menschen und Ideen. Eine bewegte Geschichte Niederösterreichs

 

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