Veranstaltungen

Jüdische Armut und Wohltätigkeit

Vortragsreihe am Institut für jüdische Erwachsenenbildung
jeweils 18:30 – 20:00 Uhr
Jüd. Institut f. Erwachsenenbildung, Praterstern 1, 1020 Wien

14.3.2019
Wolfgang Gasser
Jüdisches Dienstpersonal in den Wiener Familienlisten (1792-1847)  

21.3.2019
Benjamin Grilj
Jüdische Sozialvereine in Czernowitz (ca. 1845-1940)

28.3.2019
Christoph Lind
Arm und Koscher in Wien vor dem Ersten Weltkrieg

4.4.2019
Philipp Mettauer
„Für ein paar Pesos.“ Strategien des ökonomischen Überlebens im argentinischen Exil

11.4.2019
Martha Keil
Armut und Wohltätigkeit im mittelalterlichen Aschkenas

Vorträge einzeln zum Preis von € 6,- oder als Reihe zum Preis von € 24,- buchbar. Weitere Informationen finden Sie |hier|!

 

Die Utopie des „gesunden Volkskörpers“. Von der „Erb- und Rassenhygiene“ zur NS-Euthanasie

29. Internationale Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs

Mi., 3. – Fr., 5. Juli 2019, Volkskundemuseum Wien

„Die bringen mir meine Mutter um! Wir müssen sie da rausholen!“ So die Reaktion der Tochter einer Patientin, die im Februar 1941 in der „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling bei Amstetten eingeliefert wurde. Die Interviewpassage mit ihrer Enkelin, aufgezeichnet in einem aktuellen Forschungsprojekt des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs über die nationalsozialistische Vergangenheit der drittgrößten psychiatrischen Klinik der „Ostmark“, eröffnet ein weites Feld an Fragestellungen, die im Fokus der Sommerakademie 2019 stehen.

Thematisiert werden die unterschiedlichen NS-Euthanasie-Programme, sowohl die zentral geplanten Deportationen in die Vernichtungsanstalten der so genannten „Aktion T4“ und nicht mehr arbeitsfähiger KZ-Häftlinge im Zuge der „Sonderbehandlung 14f13“, als auch die dezentral und anstaltsintern durchgeführten Tötungen in „Kinderfachabteilungen“, die Liquidierung von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen oder Bewohnern und Bewohnerinnen von Altersheimen.

Die Beziehungen zwischen dem Genozid an den europäischen Jüdinnen und Juden und dem Massenmord an Psychiatrie-Patienten und -Patientinnen verdienen dabei besondere Beachtung. Behandelt werden die verwandten weltanschaulichen Wurzeln, die Parallelitäten und Unterschiede dieser beiden NS-Mordprogramme, aber auch der gesellschaftliche – lange Zeit tabuisierte – Umgang von 1945 bis heute.

Das Programm und weitere Informationen folgen demnächst.