Veranstaltungen

„Mauer des Schweigens“. Eine Anstalt im kollektiven Gedächtnis

Online-Präsentation des Dokumentarfilms

19.–25. Mai 2020
im Programm „Kino on demand“ auf PerspektiveKino.at

Etwa 2800 Patientinnen und Patienten wurden in der „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling – heute das Landesklinikum Mauer – in der NS-Zeit ermor­det, zu Tode gebracht oder zur Vernichtung nach Hartheim und Gugging deportiert. Im Dokumentarfilm „Mauer des Schweigens“ interviewten neun Schüler*innen der ALW Amstetten Angehörige von Opfern und Tätern der NS-Morde sowie Menschen, die vom Umgang mit den Ereignissen nach 1945 erzählten. Der von den Schüler*innen in Eigenregie gedrehte Film entstand im Rahmen des Sparkling-Science-Projekts „,Geschlossene‘ Anstalt? Die ,Heil- und Pflegeanstalt‘ Mauer-Öhling in der NS-Zeit und im kollektiven Gedächtnis“ des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten) und der ALW Amstetten, in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Amstetten und dem NÖ Landesarchiv. In dem zweijährigen Forschungsprozess setzten sich die Schüler*innen auch mit der Erinnerung an die Opfer vor Ort auseinander. Dieses filmische Zeugnis soll zur schrittweisen Bewusstwerdung beitragen und der Erinnerung an die Opfer in Mauer-Öhling dienen.

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Der Film entstand mit Unterstützung des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, der Direktion der ALW Amstetten und der Stadtgemeinde Amstetten.

Die Projektbroschüre „,Geschlossene‘ Anstalt? Die ,Heil- und Pflegeanstalt‘ Mauer-Öhling in der NS-Zeit und im kollektiven Gedächtnis“ (PDF) finden Sie |hier|.

Zum Programm „Kino on demand“ des Perspektive Kino Amstetten:
|www.perspektivekino.at|
|www.instagram.com/perspektivekinoamstetten|
|www.facebook.com/PerspektiveKino|

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Landesklinikum Mauer © Landesklinikum Mauer

Sakrale Bauten profan genutzt?

Verschoben auf 21. 9. 2020, 16:1517:00 Uhr
Ehemalige Synagoge St. Pölten

Führung mit 
Martha Keil durch die Ehemalige Synagoge St. Pölten

Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei, Anmeldung erbeten unter: |mail: office@orte-noe.at|

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Beim Architekturwettbewerb zum Sakralbau setzte sich der Entwurf von Theodor Schreier, der bereits Synagogen in Skotschau und Ustron in Österreich-Schlesien realisiert hatte, durch. Die Bauleitung des Projekts, dessen Errichtungskosten 141.000 Kronen betrugen, übernahm Viktor Postelberg.Die Reichspogromnacht setzte 1938 nach der kurzen Nutzungsdauer eines Vierteljahrhunderts dem St. Pöltener Haus der jüdischen Gemeinschaft ein radikales Ende. Das Innere wurde demoliert, das Gebäude selbst überdauerte. Bei den Kampfhandlungen zu Kriegsende jedoch wurde der Zentralbau am Dachstuhl, bei der Eindeckung und an der Fassade beschädigt. Diese doch sehr massiven Schäden hatten 1979 einen Antrag auf Abbruch durch die Israelitische Kultusgemeinde Wien zur Folge, dem jedoch nicht stattgegeben wurde. Stattdessen wurde eine Instandsetzung organisiert: Ein Kuratorium beschloss weiterführend die Umwandlung der Synagoge in ein Kulturzentrum. Im Kantorhaus, das ehemals die Wohnungen für Kantor und Tempeldiener sowie einen Schul- und einen Versammlungsraum beherbergte, wurde das „Institut für jüdische Geschichte Österreichs“ installiert. Eine Dauerausstellung im Synagogenraum dokumentiert das jüdische Leben in der Landeshauptstadt.

(Text: Theresia Hauenfels, erschienen in: Architekturlandschaft Niederösterreich, 1848 bis 1918, Hg. Kunstbank Ferrum – Kulturwerkstätte und ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich, Verlag Park Books)

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Ehemalige Synagoge St. Pölten, Architektur: Theodor Schreier, 1913 – © Andreas Buchberger

17:0019:00 Uhr
Ehemalige Synagoge St. Pölten

Vorträge und Diskussion

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  • Begrüßung: Martha Keil - Ehemalige Synagoge St. Pölten, Heidrun Schlögl - ORTE-Geschäftsführerin, Krems
  • Einführung: Maria Welzig - Architekturhistorikerin, Wien
  • Impulsvorträge und Podiumsdiskussion
    Amanda Augustin - Kulturverein Raumteiler, Veranstalterin von „Holy Hydra“, Linz
    Ernst Beneder - Architekt, Wien
    Jörg Beste - Architekt, Stadtplaner – synergon, Köln
    Harald Gnilsen - Architekt, Baudirektor der Erzdiözese Wien
    Martha Keil - Direktorin des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, Wien / Universität Wien, Institut für österreichische Geschichtsforschung
    Moderation: Maria Welzig
  • Anschließend Diskussion mit dem Publikum.

20:00 Uhr, Cinema Paradiso, St. Pölten:
|Architektur der Unendlichkeit|

Es wird darauf hingewiesen, dass bei der gesamten Veranstaltung Fotos gemacht und zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.

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Ehemalige Synagoge St. Pölten, Architektur: Theodor Schreier, 1913 – © Manfred Schimek

Namen, Gräber und Gedächtnis

Veranstaltungen zum Top Citizen Science-Projekt zur „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling in der NS-Zeit

Termine

Verschoben: 23. April 2020, 19:00, Rathaussaal Amstetten – öffentliche Abschlussveranstaltung und Präsentation der Ergebnisse

Der neue Termin wird bekannt gegeben, sobald wir ihn festsetzen können.

Anmeldung per |mail: an Dr. Tomas Buchner| oder unter der Telefonnummer +43 7472 601343.

Bisherige Veranstaltungen

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  • 10. September 2019, 19:00, Rathaussaal Amstetten – öffentliche |Kickoff-Veranstaltung und Vorstellung des Projekts|
  • 9. Oktober 2019, 17:00-20:00, VHS Amstetten, Anzengruberstraße 3 – 1. Workshop
  • 11. Oktober 2019, 15:00-17:00, Eingang vor der Direktion des Landesklinikums Mauer – Historischer Rundgang auf dem Gelände und dem Friedhof
  • 29. November 2019, 18:50, Cineplex Amstetten, Premiere des Dokumentarfilms „Mauer des Schweigens“. Schüler/innen der ALW Amstetten filmten und interviewten in einem zweijährigen Forschungsprozess Angehörige von Opfern und Tätern der NS-Morde in der „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling sowie Personen, die vom Umgang und von der Aufarbeitung mit dem Thema nach 1945 erzählten. Sie setzen sich dabei aufgrund der unmittelbaren Nähe des Schulstandortes zum Landesklinikum Mauer vertiefend mit der Erinnerung an die in der NS-Zeit ermordeten Patientinnen und Patienten und der vor Ort entstandenen Wirkungsgeschichte auseinander.
  • 9. Dezember 2019, 10:00, Depot des Niederösterreichischen Landesarchivs – Archivtag für Angehörige und Mitwirkende
  • 11. Februar 2020, 19:00, Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten – Präsentation des Dokumentarfilms „Mauer des Schweigens“ incl. Podiumsdiskussion
  • 13. Februar 2020, 17:00-20:00, VHS Amstetten (Anzengruberstr. 3) – 2. Workshop

 

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Luftbildaufnahme des Anstaltsfriedhofs von Mauer-Öhling 1945 © Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH

„Zedaka“ (hebräisch: Gerechtigkeit) – Jüdische Wohlfahrt und Armenfürsorge bis 1938

30. Internationale „Sommer”akademie

Aufgrund der herrschenden Situation und des bis August reichenden Verbots größerer Veranstaltungen wie auch aufgrund bestehender Reiseeinschränkungen haben wir uns dazu entschlossen, die diesjährige 30. Internationale Sommerakademie zu verschieben. Die Tagung findet nun im Februar 2021 statt:

10. – 12. 2. 2021
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

Wir freuen uns auch in der kalten Jahreszeit über Ihre Teilnahme.

Programm

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  • Martha Keil (Wien/St. Pölten): Prinzipiell gerecht: Zedaka als religiöse Pflicht und Konzept sozialen Ausgleichs
  • Michaela Schmölz-Häberlein (Bamberg): „… ein klein Präsent“ –  Jüdische Spenden und Stiftungen im Hochstift Bamberg im 18. Jahrhundert
  • Andreas Ludwig (Berlin): Jüdisch und/oder bürgerlich? Biographisch-stadtpolitische Bezugspunkte von Stiftungen in Charlottenburg im Kaiserreich
  • Gabriela Schlick-Bamberger (Frankfurt/Main): Zedaka als Impuls zur Identitätsbildung. Der Künstlerförderer Sigfried Guggenheim
  • Birgit Seemann und Eva-Maria Ulmer (Frankfurt/Main): Zedaka und Bikkur Cholim im Gumpertzʼschen Siechenhaus (1888–1941) in Frankfurt am Main: eine Fallstudie
  • Angela Schwarz (Hamburg): Jüdische Stiftungen für Freiwohnungen in Hamburg – von Orten der Wohltätigkeit zu „Judenhäusern“
  • Gudrun Wolfgruber (Wien): Ein weibliches jüdisches Projekt der Moderne – Bertha Pappenheims soziales Engagement zwischen Frauenbewegung und Religion
  • Marion Keller (Frankfurt/Main): „Alles für und mit dem Osten“ - Bertha Pappenheims Engagement für jüdische Mädchen, Frauen und Kinder in und aus Osteuropa
  • Maria Maiss (St. Pölten): Ilse Arlt: Gerechtigkeit durch schöpferisches Konsumhandeln Gerd Stecklina (München): Jüdische Bildungsstiftungen in Deutschland ab 1850
  • Felicitas Heimann-Jelinek (Wien): Jüdische Stifter und Stiftungen in Wien bis 1938
  • Christoph Lind (St. Pölten): „Das Elend selbst ist auf der Wanderung“ – Jüdische Wanderbettler in Wien vor 1938
  • Anna Michaelis (Berlin): Community Building an den Rändern der Gemeinschaft? – Jüdische Wohltätigkeit und marginalisierte Gruppen in Berlin (1890–1917)
  • Harald Lordick (Essen): Jugend als Zielgruppe (und Akteur ?) jüdischer Wohlfahrt
  • Christoph Jahr (Berlin): Wohlfahrt und Weltpolitik. Die Tätigkeit des Hilfsvereins der deutschen Juden in Palästina im Zeichen der „Zedaka“ (1901–1920)
  • Exkursion: Zu den Gräbern der Stifter. Führung auf dem Währinger jüdischen Friedhof

Das Programm wird im Spätherbst 2020 ausgesendet, außerdem wird es hier online verfügbar sein.

 

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Antisemitismus als Phänomen. Kulturelle Codes des Judenhasses vom Mittelalter bis heute

31. Internationale Sommerakademie

7. – 9. 7. 2021
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier ab April 2021.