Opfer. Täter. Daten. Entität, Identität und Dokumentation in der Holocaustforschung und -erinnerung

EHRI-ERIC transnationales interdisziplinäres Seminar von EHRI-AT und EHRI-DE

28. – 30. September 2026, Ehemalige Synagoge St. Pölten

Die Holocaustforschung des 21. Jahrhunderts steht vor einer doppelten Herausforderung: Während physische Spuren und Zeitzeugenberichte bewahrt werden müssen, verlagert sich die wissenschaftliche Analyse zunehmend in den digitalen Raum. Im Zentrum dieses Seminars steht die Erfassung und Transformation von Namen und Biografien – die Übersetzung historischer Identitäten von Opfern, Tätern und Institutionen in digitale Entitäten, Datensätze und Metadaten. Dieser Prozess ist kein rein technischer Vorgang, sondern eine methodisch komplexe und ethisch sensible Praxis, die die Art und Weise, wie wir forschen und erinnern, fundamental verändert.

Wir widmen uns der Fragmentierung der Überlieferung: Deportationslisten, Polizeiakten und Lageraufzeichnungen sind weltweit verteilt und folgen disparaten Standards. Ziel des Seminars ist es, diese „Datensilos“ methodisch aufzubrechen. Wir untersuchen, wie durch innovative digitale Verfahren neue transnationale Perspektiven auf die Shoah ermöglicht werden, ohne dabei die historische Genauigkeit und die Würde der Individuen zu gefährden.

Das Seminar ist nicht öffentlich, bei Interesse bitten wir Sie, mit uns Kontakt aufzunehmen: |mail: office@injoest.ac.at|

 

Philipp Lenhard neuer wissenschaftlicher Leiter des INJOEST

Mit 1. März 2026 übernimmt Philipp Lenhard die wissenschaftliche Leitung des INJOEST und löst damit Martha Keil ab, die sich nach Jahrzehnten erfolgreicher Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Lenhard hat Judaistik, Philosophie und Anglo-Amerikanische Geschichte an der Universität zu Köln studiert und wurde 2014 mit einer Arbeit zur deutsch- und französisch-jüdischen Geschichte im 18. und 19. Jahrhundert an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. 2022 erfolgte die Habilitation. Von 2014 bis 2022 war er Akademischer Rat am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der LMU und vertrat 2016/17 die Professur für Mittelalter und Neuzeit am Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität zu Köln. Von 2022 bis 2024 war er DAAD Associate Professor of History and German an der University of California, Berkeley. Von 2024 bis 2026 vertrat Philipp Lenhard den Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit März 2026 ist er Assistenzprofessor für Jüdische Geschichte Österreichs am Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien und wissenschaftlicher Leiter des INJOEST.

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Philipp Lenhard, Foto: Karsten Pawlik

Für Veranstaltungen in der Ehemaligen Synagoge St. Pölten besuchen Sie bitte |www.ehemalige-synagoge.at| oder direkt bei uns die |Synagogen-Tipps|.