Führungen auf den jüdischen Friedhöfen St. Pöltens
Der alte jüdische Friedhof
Der bis 2024 nahezu unsichtbare erste jüdische Friedhof St. Pöltens war 1859 angelegt worden und wurde 1906. Der 1859 angelegte Friedhof wurde 1906, nach Eröffnung des neuen jüdischen Friedhofs neben dem Hauptfriedhof St. Pölten, geschlossen. Nach dem „Anschluss“ übernahm die Stadtverwaltung die Liegenschaft, alle Grabsteine wurden gestohlen. Heute befindet sich auf dem Areal nur mehr ein Gedenkstein. Die 2024 eröffnete Kunstinstallation von Anna Artaker gibt neue Einblicke über die dort begrabenen Gemeindemitglieder und ermöglicht nun das namentliche Gedenken.
Treffpunkt: Hans-Morgenstern-Platz/Pernerstorferplatz

Der neue jüdische Friedhof
1906 angelegt, in der NS-Zeit zahlreicher Grabsteine beraubt und trotz des Auslöschens der jüdischen Gemeinde bis 2023 ein Beerdigungsort, wurden der jüdische Friedhof und die Zeremonienhalle 2022–2024 renoviert und die Grabsteine instandgesetzt. Die Führung vermittelt jüdische Trauerbräuche, erklärt die Grabsteingestaltung und zeigt ausgewählte Grabsteine sowie das Massengrab für die Opfer von Hofamt Priel im Mai 1945.
Treffpunkt: Karlstettnerstraße 3
Führungstermine 2026
- 13. 5., 18.00 Uhr: Neuer Friedhof (M. Keil)
- 31. 5., 14.00 Uhr: Neuer Friedhof (A. Stöckl)
- 26. 6., 17.00 Uhr: Alter Friedhof (H. Aigelsreiter)
- 6. 9., 14.00 Uhr: Neuer Friedhof (A. Stöckl)
- 26. 10., 14.00 Uhr: Neuer Friedhof (H. Aigelsreiter)
- 8. 11., 14.00Uhr: Neuer Friedhof (A. Stöckl)
Herren bitte mit Kopfbedeckung! Die Führungen sind kostenlos, die ehrenamtliche Führenden freuen sich über Spenden.
Anmeldung erforderlich:
|Neuer Friedhof|
|Alter Friedhof|
Vergangene Termine
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- 25. 1., 14.00 Uhr: Neuer Friedhof (A. Stöckl)
- 22. 2., 14.00 Uhr: Alter Friedhof (H. Aigelsreiter)
- 20. 3., 17.00 Uhr: Neuer Friedhof (H. Aigelsreiter)
- 26. 4., 14.00 Uhr: Neuer Friedhof (A. Stöckl)
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Juden in Vitrinen? Über das Ausstellen von Religion in jüdischen Museen
Vortrag von Yaniv Feller
Nach dem Vortrag führt Philipp Lenhard (Wissenschaftlicher Leiter des Injoest) ein Gespräch mit Yaniv Feller
18. Juni 2026, 18:30 Uhr
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11, 1010 Wien
Moderne jüdische Museen bezeichnen sich zumeist als säkulare Institutionen. Doch was heißt es, eine Religion auszustellen? Mit dieser Frage setzt sich jedes jüdische Museum auseinander. Die verschiedenen Antworten, die Museen in ihren Ausstellungsprinzipien geben, erläutern, wie Kurator:innen das Judentum verstehen. Yaniv Feller bietet in seinem Vortrag eine vergleichende Perspektive, die nicht nur jüdische Museen, sondern auch indigene- sowie afroamerikanische Kultur- und Geschichsmuseen berücksichtigt.
Dr. Yaniv Feller lehrt Religion und Judaistik an der University of Florida. Sein erstes Buch, „Leo Baeck and the Jewish Imperial Imagination“ (Cambridge University Press, 2023) war Finalist für den Jordan Schnitzer Book Award der Association for Jewish Studies in der Kategorie Jüdisches Denken und jüdische Philosophie. Dr. Feller, ehemaliger Ausstellungskurator am Jüdischen Museum Berlin, arbeitet derzeit an einer vergleichenden Studie jüdischer Museen weltweit.
Einlass 18:00 Uhr; Eintritt frei; Anmeldung erforderlich: |JMW|
Eine Kooperationsveranstaltung des|Jüdischen Museums Wien|, des Injoest und des |Instituts für Geschichtsforschung der Universität Wien|.

Samson, Superwoman und Krusty, der Clown – Jüdische Bilder-Geschichten vom Mittelalter bis zur Gegenwart
34. Internationale Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs in Kooperation mit dem Literaturhaus Wien
8.-10. Juli 2026, Literaturhaus Wien
Die jüdische Geschichte ist seit mehreren Jahrzehnten ein Stoff, der auch in Comics und Graphic Novels verarbeitet wird. Ende der 1980er Jahre erschien Art Spiegelmans Comic „Maus“, das die Shoah auf neue Weise thematisierte und dafür mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Von „Maus“ beeinflusst, setzte in der Folge ein regelrechter Boom ein.
Auch die 34. Internationale Sommerakademie setzt sich mit jüdischen Bilder-Geschichten auseinander. Sie nimmt nicht nur mehrere Epochen und Themen in den Blick, sondern auch die ganze Bandbreite künstlerischer Genres. Historische Ereignisse oder die Abenteuer echter und erfundener jüdischer Held:innen wurden nicht nur in Comics und Trickfilmen erzählt, sondern auch in der Buchmalerei des Mittelalters oder frühneuzeitlichen Flugblättern. Die Sommerakademie rückt Künstler:innen und Leser:innen, Selbst- und Fremdbilder, Genres und Medien sowie jüdisch-nichtjüdische Beziehungen ins Bild.
|Hier finden Sie das Programm!|

Hin und weg. Über jüdische Reisende
16. Europäische Sommeruniversität für Jüdische Studien Hohenems
12. bis 17. Juli 2026
Jüdisches Museum Hohenems
Jüdische Erfahrungen und Lebenswelten sind seit jeher von Mobilität geprägt. Dabei denkt man häufig an Verfolgung und erzwungene Migration. Doch auch ganz andere Faktoren haben Jüdinnen und Juden zum Reisen veranlasst, die im Fokus der diesjährigen Sommeruniversität stehen. Ökonomisch waren sie in vielen Regionen vor allem auf Handelsberufe festgelegt, und so war „Reisender” durchaus ein eigenes Berufsbild, ob als Hausierer oder Kaufleute. Das prägte soziale Erfahrungen genauso wie die Notwendigkeit, Ehepartnerinnen und Ehepartner außerhalb der eigenen lokalen Gemeinde zu finden und damit familiäre Strukturen auch auf große Distanzen aufrecht zu erhalten. Die Kommunikation über religiöse Traditionen und die stetige Neubegründung jüdischen Wissens erforderte permanenten Austausch und damit eine rabbinische Reisetätigkeit zwischen den Zentren jüdischen Lebens, in Europa und darüber hinaus. Die so entstandenen Netzwerke jüdischen Geisteslebens expandierten auch durch Forscherdrang und wissenschaftliche Neugier. Bis schließlich auch die nostalgische Suche nach vergangener „Heimischkeit” und Pilgerreisen zu den Stätten legendärer Wunderrabbiner ganz neue Formen eines jüdischen Tourismus erzeugten.
|Programmfolder |& |Anmeldelink|

Was Sie noch wissen sollten:
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Die 16. Europäische Sommeruniversität für Jüdische Studien Hohenems wird in gewohnt breiter interdisziplinärer Perspektive den sozialen und ökonomischen, religiösen, kulturellen und wissenschaftsgeschichtlichen Dimensionen des jüdischen „Unterwegsseins” nachgehen, von Handelswegen und Heiratsnetzwerken bis zu Entdeckungslust und nostalgischer Sehnsucht. Die Veranstaltung steht Studierenden aller Fachbereiche offen. Bevorzugt angenommen werden Studierende der beteiligten Universitäten in Bamberg, Basel, Budapest, Heidelberg, Innsbruck, München, Wien und Zürich.
Eine Veranstaltung der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Zentrums für Jüdische Studien der Universität Basel, des Instituts für Judaistik an der Universität Wien, des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, der Professur für Judaistik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Sigi-Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien an der Universität Zürich, des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, des Jewish Studies Program der Central European University in Budapest/Wien und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg – in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems.
Teilnahmegebühr
für Studierende (inklusive Unterbringung und Frühstück) 280,- € / wird teilweise von den Universitäten bezuschusst oder erstattet.
für Studierende (ohne Übernachtung) 150,-
für Nicht-Studierende (ohne Übernachtung) 250,- €
Die Veranstaltung wird unterstützt durch: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Kultur und Wissenschaft – Amt der Stadt Hohenems – Collini Hohenems– Freundeskreis des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur, München
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Philipp Lenhard neuer wissenschaftlicher Leiter des INJOEST
Mit 1. März 2026 übernimmt Philipp Lenhard die wissenschaftliche Leitung des INJOEST und löst damit Martha Keil ab, die sich nach Jahrzehnten erfolgreicher Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Lenhard hat Judaistik, Philosophie und Anglo-Amerikanische Geschichte an der Universität zu Köln studiert und wurde 2014 mit einer Arbeit zur deutsch- und französisch-jüdischen Geschichte im 18. und 19. Jahrhundert an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. 2022 erfolgte die Habilitation. Von 2014 bis 2022 war er Akademischer Rat am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der LMU und vertrat 2016/17 die Professur für Mittelalter und Neuzeit am Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität zu Köln. Von 2022 bis 2024 war er DAAD Associate Professor of History and German an der University of California, Berkeley. Von 2024 bis 2026 vertrat Philipp Lenhard den Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit März 2026 ist er Assistenzprofessor für Jüdische Geschichte Österreichs am Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien und wissenschaftlicher Leiter des INJOEST.
|Weitere Informationen!|

Für Veranstaltungen in der Ehemaligen Synagoge St. Pölten besuchen Sie bitte |www.ehemalige-synagoge.at| oder direkt bei uns die |Synagogen-Tipps|.