Veranstaltungen

Erinnern und Forschen

Schlussveranstaltung zum Top Citizen Science-Projekt
„Unsere vertriebenen Nachbarn. Juden im NÖ Zentralraum – Forschung und Erinnerungskultur“

Do, 9.11.2017

Am Jahrestag der Reichspogromnacht 1938 schließen wir mit einem kurzen Gedenken und einer Ergebnispräsentation das Projekt „Unsere vertriebenen Nachbarn“ ab.

18:30 Uhr Ehemalige Synagoge
Gedenken an die vernichtete jüdische Gemeinde St. Pölten
Beim Gedenkstein können Lichter (bitte ohne religiöses Symbol) entzündet werden.

Weg im Schweigen zum Bildungshaus St. Hippolyt

19.00 Uhr Bildungshaus St. Hippolyt
Top Citizen Science-Projekt „Unsere vertriebenen Nachbarn“: Ergebnisse, Erfahrungen, Ausblick

  • Das Historiker-Team des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs (Dr. Christoph Lind und Dr. Philipp Mettauer) präsentiert Erfahrungen und Ergebnisse.
  • Einige TeilnehmerInnen der Projekt-Workshops sprechen über ihre Eindrücke.
  • Mag.a Roswitha Hammer vom Verein „Steine der Erinnerung“ stellt das Wiener Projekt vor.
  • Dr. Martha Keil gibt einen Ausblick auf Forschung und Gedenken.

Moderation: Dr. Martha Keil

Der Abend ist für alle Interessierten offen, um Anmeldung per |mail: wird| gebeten.
Veranstaltungsort: Ehemalige Synagoge St. Pölten (Dr. Karl Renner-Promenade 22, 3100 St. Pölten) und Bildungshaus St. Hippolyt (Eybnerstraße 5, 3100 St. Pölten)

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Das Projekt „Unsere vertriebenen Nachbarn“ soll Informationen erschließen, an die Historiker nur schwer oder gar nicht herankommen: autobiographische Quellen, private Geschäftspapiere und vor allem Informationen aus der familiären Kommunikation.

Forschungsthemen sind die vielfältigen Aspekte des christlich-jüdischen Zusammenlebens vor dem Krieg – Nachbarschaft, Freundschaft, Schule, Vereine, Berufs- und Alltagsleben –, die Gewalt im Nationalsozialismus und etwaige Fortsetzungen der Beziehungen nach 1945.

Die Startveranstaltung am 02.02.2017 informierte über Anliegen, Inhalte und Arbeitsweisen des Projekts und wie Sie dazu beitragen können.
In monatlichen Workshops im Hippolythaus können Sie Ihre Materialien bringen und mit den Historikern des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs auswerten oder auf einem moderierten Blog ihre Beiträge diskutieren. Die Ergebnisse werden bei der Schlussveranstaltung am 09.11.2017 präsentiert und unter Beachtung des Datenschutzes auf dem „Memorbuch“ online gestellt.

ReferentInnen
PD Dr. Martha Keil, Dr. Christoph Lind, Dr. Philipp Mettauer
Institut für jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten) 

Veranstalter
Institut für jüdische Geschichte Österreichs in Kooperation mit dem
Bildungshaus St. Hippolyt

Information und Anmeldung
|mail: Dr. Martha Keil|, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, 02742-77171-0. Anmeldung erbeten!

Zur jüdischen Geschichte St. Pöltens: |www.juden-in-st-poelten.at|

Bisherige Veranstaltungen
Startveranstaltung:
Do, 2.2.2017, 19 Uhr
Workshops: Mi, 15.2.201, 18 – 20 Uhr; Di, 14.3.2017, 18 – 20 Uhr; Fr, 21.4.2017, 18 – 20 Uhr; Do, 11.5.2017, 18 – 20 Uhr; Mo, 26.6.2017, 18 – 20 Uhr; Di, 12.9.2017, 18-20 Uhr

Im Rahmen des Juni-Workshops berichteten die Brüder Hans und Tobias Hochstöger über ein besonders dunkles Ereignis unserer Geschichte: In der Nacht von 2. auf 3. Mai 1945 wurden im niederösterreichischen Hofamt Priel 228 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter - Männer, Frauen und Kinder - ermordet. Die Täter, die auch Hilfestellung von Einheimischen mit Ortskenntnissen erhalten haben müssen, konnten nie ausgeforscht und daher auch nicht verurteilt werden. 1964 wurden die Leichen auf den jüdischen Friedhof St. Pölten überführt und in einem Massengrab beerdigt. Im Ort wurde das Verbrechen totgeschwiegen, und geriet langsam in Vergessenheit. Erst 2006 wurde das Massaker auch durch Forschungen am Injoest wissenschaftlich dokumentiert. Am 70. Jahrestag des Massakers, am 3. Mai 2015, erhielten die Ermordeten endlich einen Grabstein mit allen Namen. (Weitere Informationen finden Sie |hier|!)

Hans und Tobias Hochstöger, beide aufgewachsen in Hofamt Priel, arbeiten seit 2015 an einem Dokumentarfilm zum Massaker.  Im Zuge ihres Filmprojekts begaben sie sich auf die Suche nach den Hintergründen dieses Verbrechens. In ihrer Präsentation werden die beiden über ihre Recherchen zum Massaker und den daraus entstehenden Dokumentarfilm berichten.

Im Rahmen des September-Workshops wurde ein spannendes Projekt vorgestellt: Seit dem 19. Jahrhundert lebten in vielen Gemeinden der Buckligen Welt und des Wechselgebiets jüdische Familien, die vor allem aus dem benachbarten Westungarn zugewandert waren. Der März 1938 markierte auch für die Jüdinnen und Juden im südöstlichen Niederösterreich einen dramatischen Wendepunkt: Verfolgung – Vertreibung – Ermordung.
Mehr als siebzig Jahre später begann ein Projektteam, das sich vorwiegend aus engagierten BürgerInnen vor Ort zusammensetzt, mit der Spurensuche. Johann Hagenhofer und Gert Dressel, die gemeinsam mit Werner Sulzgruber dieses Projekt leiten, stellten Hintergründe und erste Ergebnisse vor.

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Faschingsumzug vor dem Haus von Alexander Fürchtgott, Prinzersdorf 1, ca. 1925 (Injoest)