Buchpräsentation
Kleine jüdische Kolonien. Juden in Niederösterreich 1782–1914
von Christoph Lind
Zeit: Montag, 17. Juni 2013, 19 Uhr
Ort: Looshaus, Souterrain, Michaelerplatz 3, 1010 Wien
Programm
Begrüßung:
Martha Keil | Injoest
Michael Baiculescu | Mandelbaumverlag
»Es sei gestattet, die Aufmerksamkeit der Leser und namentlich unserer
Großgemeinde zu Wien auf die kleinen jüdischen Kolonien hinzulenken,
die sich im Erzherzogtume unter der Enns seit 1849 angesiedelt haben,
wie sich Inseln in der Nähe größerer Kontinente bilden.«
»Die Neuzeit« vom 20. Dezember 1861.
Christoph Lind erzählt gemeinsam mit Hannes Löschel (Harmonium)
und Georg Traska (Gesang, Lesung) einen Teil der Geschichte dieser
»Inseln«.
Danach bitten wir zu einem Glas Wein.
Drei Generationen - Shoa und Nationalsozialismus im Familiengedächtnis
23. Internationale Sommerakademie
3.-5. Juli 2013
Veranstaltungszentrum Erste Bank, Wien 1, Petersplatz 7
Für die Vertriebenen und Überlebenden der Shoah war die Geburt ihrer Kinder ein zentrales Ereignis im Nachkriegsleben, sie waren Sinngeber für den Neuanfang. Die elterlichen Aufträge und Erwartungen an die Kinder waren dabei umfassend. Sie sollten eine Brücke zum Leben und ein Symbol des Sieges über die Verfolger sein, die traumatischen Erlebnisse annullieren, die Ermordeten ersetzen. Die Zählung begann von neuem, die ZeitzeugInnen des Nationalsozialismus wurden zur »ersten Generation«.
Neben elterlicher Freude und Zuwendung konnten sich aber vielfältige Belastungen und Einschränkungen für die Nachkommen entwickeln, wobei es nahezu unmöglich erscheint, die Auswirkungen der Verfolgung auf einen Nenner zu bringen. Neben den Gefühlen der Verunsicherung und der Entwurzelung, des niemals Ankommens, der »ewigen Emigration« prägt vor allem der Begriff der posttraumatischen Belastungsstörung die Forschungsliteratur über transgenerationale Spätfolgen.
In der »Tätergesellschaft« bewirkte die Auseinandersetzung mit der Elterngeneration die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Tradierung nationalsozialistischer Ideologie sowie Schuld- und Schamgefühlen in Familien ehemaliger NS-AnhängerInnen. Die Weitergabe an die dritte Generation scheint für beide Gruppen weitgehend unerforscht.
Die Tagung nähert sich der Problematik aus historischen, psychologischen und literarischen Perspektiven.
Organisation: Dr. Martha Keil, Dr. Philipp Mettauer


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