„Ostjuden“ – Geschichte und Mythos

Vortragsreihe
am Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung
Praterstern 1
1020 Wien

Jeweils Dienstag 18.30

Die Vortragsreihe behandelt den ambivalenten Begriff „Ostjuden“ in seinem historischen Kontext, die Stadt Brody als komplexen Schauplatz galizisch-jüdischer Kultur und zwei Hauptziele der Migration mit ihren Erfolgsgeschichten und Schattenseiten.
Organisation: PD Dr. Martha Keil (INJOEST)

21.2.: Dr. Sviatoslav Pacholkiv (INJOEST)
„Ostjuden“: Selbstverständnis und antisemitisches Klischee

28.2.: Dr. Börries Kuzmany (Doktoratskolleg Galizien)
Das galizische Brody – zwischen jüdischer Großstadt und Schtetl

6.3.: Dr. Martha Keil (INJOEST)
Halunken und verlassene Frauen. Die Schattenseite der ostjüdischen Migration in die USA

13.3.: Dr. Barbara Staudinger (INJOEST)
Galizische Juden in Wien: Zwischen Hoffnung, Wohlfahrt und Antisemitismus


Buchpräsentation

in Kooperation mit dem Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW

Dienstag, 17. Jänner 2012, 19 Uhr
Österr. Akademie der Wissenschaften, Clubraum
Wien 1, Dr. Ignaz-Seiplplatz 2


Martha Keil (Hg.), Besitz, Geschäft und Frauenrechte. Jüdische und christliche Frauen in Dalmatien und Prag 1300-1600. Verlag Solivagus, Kiel 2011.

Mark Hengerer (Hg.), Tradition und Entfremdung. Die Lebenserinnerungen des jüdischen Privatdozenten Max Ungar (1850-1930) (Reihe Spuren in der Zeit des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, Band 6), Studien Verlag, Innsbruck-Bozen-Wien 2011.

Es sprechen:
Dr. Heidemarie Uhl (ÖAW)
Dr. Stefan Eick (Solivagus Verlag)
Dr. Martha Keil (INJOEST)
Dr. Mark Hengerer (Universität Brünn/Brno)

Musikalische Umrahmung:
Hemma Geitzenauer, MA
Mag. Franziska Zöberl
(Renaissanceblockflöten)

Ausklang mit Wein und Knabbereien


Die Wiener Gesera von 1421

Vortragsreihe am Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung
Praterstern 1
1020 Wien

Die Geschichte der Juden im 15. Jahrhundert war in ganz Europa von Verfolgung und Vertreibung gekennzeichnet. Mit dem Niedergang der jüdischen Darlehensgeschäfte übten die Herrscher den Judenschutz nur noch nachlässig aus. In politischen Konflikten gerieten jüdische Gemeinden öfter zwischen die Interessensgruppen. Traktate und Predigten von Theologen und Priestern heizten allgemein die judenfeindliche Stimmung an. Die Wiener Judenstadt endete allerdings auf besonders grausame Weise: 210 jüdische Männer und Frauen wurden auf der Erdberger Lände verbrannt, weil sie die Taufe verweigerten, 800 Arme wurden vertrieben, die Synagoge geschleift. Dieser Justizmord ging als „Wiener Gesera“, als „katastrophales Verhängnis“ in die jüdische Geschichtsschreibung ein.

5. Oktober 2011, 18 Uhr 30
Klaus Lohrmann (Univ. Wien)
Die Päpste des Mittelalters und die Juden

11. Oktober 2011, 18 uhr 30
Birgit Wiedl (Institut für jüdische Geschichte Österreichs)
Der Vorwurf der Hostienschändung an die Juden

25. Oktober 2011, 18 Uhr 30
Karl-Heinz Steinmetz (Univ. Wien)
Die Haltung der mittelalterlichen Theologie gegenüber den Juden und die Rolle der theologischen Fakultät in Wien

8. November 2011, 18 Uhr 30
Martha Keil (Institut für jüdische Geschichte Österreichs)
Die Wiener Gesera: politische Rahmenbedingungen, Ereignisse, Zeugnisse


Koordination: Markus Himmelbauer
In Kooperation mit dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdischje Zusammenarbeit
Gefördert von der AK Wien


Das Judentum - 1. Seminar der Akademie der Religionen

Samstag, 5. 11. 2011

10.00 Uhr: Führung durch die ehemalige Synagoge
mit PD Dr. Martha Keil (Direktorin des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs)
Ort: Ehemalige Synagoge in St. Pölten (Eingang: Lederergasse 12)

11.00 Uhr: Dr. Martha Keil
Vortrag „FremdVertraut. Das österreichische Judentum in kulturhistorischer Perspektive“,
anschl. Diskussion
Ort: „Florian Zimmel Saal“, Zentrum der pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten, Klostergasse 15, St. Pölten

13.00 Uhr: Mittagessen
Bildungshaus St. Hippolyt

14.15 Uhr: Dr. Christoph Lind (Institut für jüdische Geschichte Österreichs)
Vortrag „Geschichte des Judentums in Niederösterreich“, Gespräch

Veranstaltet vom Zentrum Religion und Globalisierung/Donau-Universität Krems in Kooperation mit dem Bildungshaus St. Hippolyt und dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs!

GEDENKEN AN DIE NOVEMBERPOGROME 1938
Samstag, 5. November 2011, 16 Uhr (pünktlich)
Zeremonienhalle des Jüdischen Friedhofs St. Pölten
Karlstettner Straße 3 (es besteht auch ein Zugang durch den Hauptfriedhof)

Heuer findet unser alljährliches Gedenken an die Novemberpogrome im Rahmen des Studientages „Judentum“ der Akademie der Religionen an der Donau-Universität Krems, Zentrum Religion und Globalisierung, statt.
Wir werden der jüdischen Gemeindemitglieder gedenken, die sich um die Gründung des Friedhofs verdient gemacht haben. Anschließend besteht die Möglichkeit, am Massengrab der 223 im Mai 1945 in Hofamt Priel ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter/innen Kerzen anzuzünden (wer möchte, bitte Grablichter ohne Kreuze mitbringen).

Männliche Teilnehmer werden ersucht, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Ende: ca. 17.00 Uhr


Von Dreideln, Mazzes und Beschneidungsmessern

Jüdische Dinge im Museum

21. Juni - 16. Oktober 2011
Di – So 10 –17
Österreichisches Museum für Volkskunde
1080 Wien, Laudongasse 15–19
www.volkskundemuseum.at

Ein Projekt mit Studierenden der Lehrveranstaltung "Jüdisches im Museum - Sammeln und Ausstellen 1900-2011" unter der Leitung von Birgit Johler und Barbara Staudinger. Eine Zusammenarbeit der Universität Wien, des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs und des Österreichischen Museums für Volkskunde

"Jüdische Dinge" oder "Judaica" sind nicht nur in Jüdischen Museen zu finden. Auch das Österreichische Museum für Volkskunde beherbergt eine solche Sammlung, die bis 1938 in den Schauräumen des Museums ausgestellt war. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie abgeräumt, magaziniert und vergessen.

Heute, 73 Jahre nach der Schoa, wurden 20 Objekte aus diesem Fundus durch TeilnehmerInnen eines Seminars am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien bearbeitet. Ergebnis ist eine Ausstellung, die von Birgit Johler und Barbara Staudinger gemeinsam mit den Studierenden konzipert wurde und die sich mit jüdischen Dingwelten und mit den Sammlungsgeschichten bzw. der musealen Praxis auseinandersetzt. Die "Jüdischen Dinge" sind Dinge ohne Erinnerung - vielfach existieren nur spärliche Informationen im Inventarbuch. Trotzdem sind sie "Zeitzeugen" bzw. Informationsträger: Sie wurden nach ihren verschieden gelagerten Kontexten und Geschichten befragt, dazu gehören auch Fragen im Zusammenhang mit Raub bzw. bedenklichen Erwerbungen. Gefragt wurde aber auch nach stereotypen Bildern oder musealen Zuschreibungen in Vergangenheit und Gegenwart.

Die Ausstellung mit Werkstattcharakter ist keine Ausstellung zu jüdischen Festen, im Rahmen derer viele der ausgestellten Ritualgegenstände verwendet wurden. Vielmehr präsentiert sie eine bestehende Sammlung "jüdischer Dinge", deren Geschichten, kleine Ausschnitte jüdischer Lebenswelten, es zu erzählen gilt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Festakt Schülerprojekt Sparkling Science und Fotoausstellung "Jerusalem from the air"

Mittwoch, 7. September 2011, 18 Uhr 30
Ehemalige Synagoge St. Pölten
Dr. Karl Renner-Promenade 22
3100 St. Pölten




Begrüßungsworte
Institutsdirektorin Dr. Martha Keil
Landesrat Mag. Karl Wilfing in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll
Grußworte des Bürgermeisters der Stadt St. Pölten

"Jerusalem from the air"
Eröffnung der Ausstellungdurch den Botschafter des Staates Israel, Aviv Shir-On

Jerusalem aus der Vogelperspektive - stimmungsvolle Fotografien: Viele Stätten, die den drei monotheistischen Weltreligionen heilig sind, befinden sich in der Altstadt von Jerusalem, z.B. die Grabeskirche, die Erlöserkirche, der Felsendom sowie die Al-Aksa-Moschee.

In Zusammenarbeit mit der Botschaft des Staates Israel.

Festakt zum Schülerprojekt "Sparkling Science"
Projektpräsentation und Urkundenverleihung an die beteiligten Schüler/innen des BRG/BORG St. Pölten durch den INOEST-Mitarbeiter Dr. Wolfgang Gasser

Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von einer Instrumentalgruppe des BRG/BORG St. Pölten unter der Leitung von Mag. Ronald Bergmayr.

Programm [PDF, 338.9 KB]


"Ostjuden" – Geschichte und Mythos

21. Internationale Sommerakademie
6.-8. Juli 2011
Veranstaltungszentrum Erste Bank
Wien 1, Petersplatz 7

Programm [PDF, 67.7 KB]

Gefördert von und in Kooperation mit:


Von Dreideln, Mazzes und Beschneidungsmessern

Jüdische Dinge im Museum

Eröffnung
21. Juni 2011 | 18.00 Uhr
Österreichisches Museum für Volkskunde
1080 Wien, Laudongasse 15–19

Begrüßung
Margot Schindler, Österreichisches Museum für Volkskunde
Brigitta SchmidtLauber,
Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien

Zur Ausstellung
Birgit Johler, Österreichisches Museum für Volkskunde
Barbara Staudinger, Institut für jüdische Geschichte Österreichs

TeilnehmerInnen des Seminars »Jüdisches im Museum. Sammeln und Ausstellen
1900–2011«, Universität Wien

Ausstellungsdauer
21. Juni - 16. Oktober 2011
Di – So 10 –17
Österreichisches Museum für Volkskunde
1080 Wien, Laudongasse 15–19
www.volkskundemuseum.at

Ein Projekt mit Studierenden der Lehrveranstaltung "Jüdisches im Museum - Sammeln und Ausstellen 1900-2011" unter der Leitung von Birgit Johler und Barbara Staudinger. Eine Zusammenarbeit der Universität Wien, des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs und des Österreichischen Museums für Volkskunde

"Jüdische Dinge" oder "Judaica" sind nicht nur in Jüdischen Museen zu finden. Auch das Österreichische Museum für Volkskunde beherbergt eine solche Sammlung, die bis 1938 in den Schauräumen des Museums ausgestellt war. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie abgeräumt, magaziniert und vergessen.

Heute, 73 Jahre nach der Schoa, wurden 20 Objekte aus diesem Fundus durch TeilnehmerInnen eines Seminars am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien bearbeitet. Ergebnis ist eine Ausstellung, die von Birgit Johler und Barbara Staudinger gemeinsam mit den Studierenden konzipert wurde und die sich mit jüdischen Dingwelten und mit den Sammlungsgeschichten bzw. der musealen Praxis auseinandersetzt. Die "Jüdischen Dinge" sind Dinge ohne Erinnerung - vielfach existieren nur spärliche Informationen im Inventarbuch. Trotzdem sind sie "Zeitzeugen" bzw. Informationsträger: Sie wurden nach ihren verschieden gelagerten Kontexten und Geschichten befragt, dazu gehören auch Fragen im Zusammenhang mit Raub bzw. bedenklichen Erwerbungen. Gefragt wurde aber auch nach stereotypen Bildern oder musealen Zuschreibungen in Vergangenheit und Gegenwart.

Die Ausstellung mit Werkstattcharakter ist keine Ausstellung zu jüdischen Festen, im Rahmen derer viele der ausgestellten Ritualgegenstände verwendet wurden. Vielmehr präsentiert sie eine bestehende Sammlung "jüdischer Dinge", deren Geschichten, kleine Ausschnitte jüdischer Lebenswelten, es zu erzählen gilt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Einladung [PDF, 1.2 MB]

Juden und Geld im Mittelalter

Vortragsreihe
am Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung
Praterstern 1, 1020 Wien

8.3.2011, 18 Uhr 30
Zins, Geld und Moral in Bibel und Midrasch
Univ. Prof. Dr. Gerhard Langer (Institut für Judaistik der Univ. Wien)

15.3.2011, 18 Uhr 30
Zinsen, Steuern, Pleiten: Finanzen in jüdischen Quellen
PD Dr. Martha Keil (Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten)

22.3.2011, 18 Uhr 30
Tötbrief und Schuldentilgung - der Einfluss fürstlicher Machtpolitik auf das jüdische Geldgeschäft
Dr. Eveline Brugger, MAS (Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten)

29.3.2011, 18 Uhr 30
Die Kriegskassen voll jüdischem Geld? Die Bedeutung jüdischer Geldgeber für die Kriegsfinanzierung der Habsburger
Dr. Birgit Wiedl, MAS (Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten)


Taufe oder Tod?

Die Vernichtung der Wiener Judenstadt 1420/21 im Spannungsfeld zwischen Theologie und Politik

Tagung

Do, 10. März 2011, 10.00 - 18.00 Uhr
Fr, 11. März 2011, 10.00 - 14.00 Uhr
Fakultätssitzungssaal der Kathol.-theolog. Fakultät
Universität Wien, Hauptgebäude, Stiege 8, 2. Stock

Veranstaltet vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs gemeinsam mit Kathol.-theolog. Fakultät der Universität Wien und dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Wien

Eine Tagungszusammenfassung finden Sie hier!

Programmfolder [PDF, 92.7 KB]


Podiumsdiskussion Mahnmal Viehofen

24. November, 20.00 Uhr
Stadtmuseum St. Pölten

Moderation: Dr. Peter Huemer

Es diskutieren:
Mag. Catrin Bolt, Dr. Martha Keil, Prof. Hans Kupelwieser, Dr. Susanne Neuburger,
Dr. Heidemarie Uhl, Mag. Manfred Wieninger, (Mag. Tatiana Lecomte)

Ausgangspunkt der Veranstaltung sind die zwei Arbeiten von Catrin Bolt und Tatiana Lecomte, die im Zuge der Ausschreibung zu einem Mahnmal Viehofen entstanden sind. Sie geben Anlass, aktuelle und tradierte Formen des Mahnmals zu diskutieren, sowie einen kritischen Blick auf die Erinnerungskultur in Österreich zu richten.


Eröffnung MAHNMAL VIEHOFEN

von Catrin Bolt und Tatiana Lecomte

Sonntag, 14. November 2010, 14.30 Uhr
Lokal "Seedose" beim Viehofner See, St. Pölten

Shuttlebus von Wien nach Viehofen: ab Wien, Universität, Grillparzerstrasse / Ecke Rathauspark. Abfahrt: 13.00 Uhr, Rückfahrt: ca. 17.00 Uhr.
Um Anmeldung wird gebeten unter 02742 9005 16273. Unkostenbeitrag: 5 EUR

In den Jahren 1944 und 1945 gab es in St. Pölten - Viehofen ein Zwangsarbeitslager für ungarische Juden und Jüdinnen sowie ein Arbeitslager für so genannte Ostarbeiter. 60 Jahre lang wurde die Existenz dieser Lager verdrängt und verschwiegen. Heute befindet sich auf dem Gelände der Viehofner See, der von zahlreichen BewohnerInnen der Stadt St. Pölten als Freizeitareal genutzt wird.
Um diesen vergessenen Teil der Geschichte in Erinnerung zu rufen, wurde 2009 von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich zusammen mit der Stadt St. Pölten und unter Mitwirkung des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs ein offener Wettbewerb zur Erlangung eines künstlerischen Entwurfs für ein Mahnmal für die Zwangsarbeitslager St. Pölten – Viehofen ausgeschrieben. Aus den über 160 Einreichungen wurden vom Gutachtergremium die Entwürfe von Catrin Bolt und Tatiana Lecomte als Siegerprojekte ausgewählt. Nun werden beide umgesetzten Projekte präsentiert und eröffnet.

Neben der bereits bestehenden umfangreichen Homepage wird ein Folder mit weiterführender Information produziert, der ab der Saison 2011 in dem Gelände rund um die Viehofner Seen aufliegen wird. Weiters findet noch im November ein Diskussionsabend zur Erinnerungskultur in Österreich und der Problematik von Mahnmalen statt.

Ausführliche Informationen unter www.mahnmal-viehofen.at


Die jüdischen Gemeinden in Brünn und St. Pölten

Ausstellung
Foyer des Rathauses St. Pölten

Aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums der Stüdtepartnerschaft St. Pölten und Brünn ist von 13. November bis 10. Dezember 2010 eine Ausstellung zu den jüdischen Gemeinden der beiden Städte zu besichtigen.

Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag, 7.00 bis 17.00 Uhr,
Freitag, 7.00 bis 13.00 Uhr


Zinsverbot und Judenschaden. Jüdisches Geldgeschäft im mittelalterlichen Aschkenas

20. Internationale Sommerakademie

7.-9. Juli 2010
Erste Bank, Petersplatz 7, 1010 Wien

Kaum ein anderes Themenfeld der mittelalterlichen jüdischen Geschichte ist so sehr mit Vor- und Fehlurteilen behaftet wie das jüdische Geld- und Kreditgeschäft. Die mittelalterliche Lebensrealität wird in der heutigen Wahrnehmung häufig von Stereotypen überlagert, die sich in der langen Geschichte der Judenfeindschaft bis hin zum modernen Antisemitismus entwickelt haben. Ziel der Tagung ist es daher, die mittelalterliche Realität des jüdischen Geldgeschäfts anhand aktueller Forschungsergebnisse unter verschiedenen Aspekten zu beleuchten. Die wirtschaftliche Rolle jüdischer Darlehen und die Auswirkungen, die diese Rolle auf die jüdischen Geldgeber hatte, wird der literarisch-propagandistischen Verarbeitung des Wuchervorwurfs im Mittelalter gegenübergestellt. Fragen zur technischen Abwicklung jüdischer Kredite werden ebenso behandelt wie die rechtliche Basis dieser Geschäfte im Spannungsfeld zwischen weltlicher Judenherrschaft, Kirchenrecht und innerjüdischen Rechtssätzen.

In Kooperatiom mit dem Institut für Geschichte der Universität Klagenfurt und dem Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg.
Mit freundlicher Unterstützung der Erste Bank.


Buchpräsentation

Cover Erlebte Rvolutin 1848/49

Wolfgang Gasser
Erlebte Revolution 1848/49. Das Tagebuch des Wiener jüdischen Journalisten Benjamin Kewall
Unter Mitarbeit von Gottfried Glaßner (Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Bd. 3)
Oldenbourg Verlag, Wien-München 2010

Freitag, 18. Juni 2010, 18 Uhr
Jüdisches Museum Wien
Wien 1, Dorotheergasse 11


Dieses Buch beinhaltet eine besondere Kostbarkeit: das aus dem Müll gerettete Tagebuch des Hauslehrers und Journalisten Benjamin Kewall, das die Zeit vom 27. August 1848 bis zum 31. Mai 1850 umspannt. Seine Schilderungen betreffen die Wiener Revolution 1848/49 sowie zahlreiche Episoden aus seinen Lebenswelten und seinem beruflichen und politischen Umfeld. Mit dieser Edition werden die im Original auf Deutsch mit hebräischen Lettern festgehaltenen Aufzeichnungen nun in deutscher Schreibweise veröffentlicht und damit einem breiten Publikum lesbar gemacht. Das Original wird künftig auf der Website der ÖNB (Link beim Katalogeintrag des Werks) zugänglich sein.

Programm
Begrüßung: PD Dr. Martha Keil

Es sprechen
Wolfgang Gasser zur Fundgeschichte,
Gottfried Glaßner zu Buch und Schrift,
Wolfgang Gasser zu Inhalt und Autor

Revolutionslied 1848

Manfred Pintar liest Einträge aus dem Tagebuch


Buchpräsentation

Wolfgang Gasser
Erlebte Revolution 1848/49. Das Tagebuch des Wiener jüdischen Journalisten Benjamin Kewall
Unter Mitarbeit von Gottfried Glaßner (Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Bd. 3)
Oldenbourg Verlag, Wien-München 2010

Montag, 7. Juni 2010,
voraussichtlich um 18 Uhr im Dachsaal der Wiener Urania


Präsentation des Buches von Wolfgang Gasser im Rahmen der Vorstellung der
QIÖG-Reihe, in der das Tagebuch erschienen ist.


Friedhofsführung

PD Dr. Martha Keil

Führung auf dem jüdischen Friedhof St. Pölten

Montag, 31. Mai 2010, 18 Uhr


Forschungsfeld Judentum

27. - 28. Mai 2010
Europasaal, Edmundsburg
Mönchsberg 2, 5020 Salzburg

Vorträge von

Dr. Eveline Brugger,
Dr. Wolfgang Gasser,
Dr. Eleonore Lappin-Eppel,
Dr. Christoph Lind,
Dr. Martha Keil,
Dr. Barbara Staudinger und
Dr. Birgit Wiedl

im Rahmen der Tagung der
Arbeitsgemeinschaft Jüdische Studien in Österreich (AGJÖ)

Programm [PDF, 1.6 MB]


Juden im Ersten Weltkrieg

Vortragsreihe des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs
am Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung
Praterstern 1, 1020 Wien,
Beginn: jeweils 18.30 Uhr

Koordination: Dr. Martha Keil

Diese Vortragsreihe beschäftigt sich in Vorbereitung eines größeren Forschungsprojekts mit der jüdischen Perspektive des Ersten Weltkriegs, den die Historikerin Paula Hyman im Jahr 2001 als den "vergessenen Krieg in der jüdischen Geschichtsschreibung" bezeichnete. Jüdische Männer kämpften in ihren jeweiligen Armeen, jüdische Frauen gründeten zahlreiche Hilfsvereine, Rabbiner betreuten Soldaten im Feld und jüdische Familien flohen quer durch
Mitteleuropa vor den feindlichen Armeen. Allen gemeinsam war eine völlig neue Fragestellung zu ihrer nationalen und religiösen Identität.

3. 3. 2010: Jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg
Dr. Eleonore Lappin-Eppel

10. 3. 2010: Die Jüdische Heimatfront in Wien und Niederösterreich
Dr. Christoph Lind

17. 3. 2010: Judentum und Krieg aus rabbinischer Sicht
Dr. Martha Keil

24. 3. 2010: Galizische Juden im Kriegsverlauf
Dr. Svjatoslav Pacholkiv


Ist das jüdisch? Jüdische Volkskunde im historischen Kontext

Tagung
19./20. November 2009


Österreichisches Museum für Volkskunde
Laudongasse 15-19
1080 Wien

Veranstalter:
Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten
Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien

Hier finden Sie einen Tagungsbericht online!

Die Jüdische Volkskunde, um 1900 als Reaktion auf die veränderten Lebenssituationen und den Wandel der Werte und Normen in der jüdischen Gesellschaft ins Leben gerufen, trug bis in die 1930er Jahre wesentlich zur wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Verortung des Judentums bei. Nach der Schoa geriet sie in Mitteleuropa nahezu in Vergessenheit. Eine intensivere Auseinandersetzung mit dieser Disziplin fand in den deutschsprachigen Ländern erst in den 1980er Jahren statt, jüngere Forschungen stammen auch aus den USA und Israel.

Der wissenschaftlich-kategorisierende Blick der jüdischen (aber auch der nichtjüdischen) Volkskunde formulierte, was „jüdisch“ war, sammelte und archivierte Rituale und Bräuche, nicht zuletzt um sie in einer Zeit des Wandels jüdischen Lebens vor dem drohenden Vergessen zu bewahren. Vermeintlich marginale, heute nicht mehr in diesem Kontext behandelte Themengebiete gerieten dabei ebenso ins Blickfeld wie zu jener Zeit aktuelle volkskundliche Fragestellungen, so etwa die Frage nach der Authentizität des Ostjudentums.
Die Tagung will einen Überblick über die gegenwärtige Forschungslandschaft geben, aber auch neue Forschungsimpulse diskutieren. Wissenschaftsgeschichtliche Überlegungen über Kontinuitäten und Wandel des Jüdischen im Spiegel der „Jüdischen Volkskunde“ sollen ebenso im Fokus stehen, wie einzelne ForscherInnen und SammlerInnen und deren unterschiedliche Zugänge zu alltagskulturellen Fragestellungen, zu Ritualen und Bräuchen und deren Rezeption, Deutungen und Kontextualisierungen.

Konzept und Organisation:
Birgit Johler (Österreichisches Museum für Volkskunde)
Barbara Staudinger (Institut für jüdische Geschichte Österreichs)

Zum Nachhören und Nachlesen: Ö1 Dimensionen

Tagungsprogramm


Willing Kasztner

Dokumentarfilm von Gaylen Ross
USA/IL 2008

Einleitung
Eleonore Lappin-Eppel (Institut für jüdische Geschichte Österreichs)
Renate Meissner (Ethnologin, Judaistin, stellvertretende Gneralsekretärin und wissenschaftliche Leiterin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus)

Sonntag, 15.11.2009, 16.45
Jüdische Filmwoche im Votivkino
Währingerstraße 12, 1090 Wien


Individuum und Gemeinde Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien 1520 bis 1848

6.-8. Oktober 2009 in Trebitsch/T?ebí? (CR)

Tagungsort:
Muzeum Vyso?iny T?ebí? (Museum der Böhmisch-Mährischen Höhe Trebitsch), Steinerner Saal

Konzept und Organisation:
Spole?nost pro d?jiny žid? v ?eské republice (Gesellschaft für die Geschichte der Juden in der ?echischen Republik)
Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten
Muzeum Vyso?iny T?ebí? (Museum der Böhmisch-Mährischen Höhe Trebitsch)

Organisatorische Mitarbeit:
Židovské muzeum v Praze (Jüdisches Museum Prag)
Centrum judaistických studií Kurta a Ursuly Schubertových, FF UP Olomouc (Kurt-und-Ursula-Schubert-Zentrum für judaistische Studien, Philosophische Fakultät der Palacký-Universität Olmütz)
Samuel-Steinherz-Stiftung, Nürnberg
Moravský zemský archiv v Brn? (Mährisches Landesarchiv Brünn)
Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds

Ehrenschutz:
I. E. Botschafterin der Republik Österreich Dr. Margot Klestil-Löffler
S. E. Botschafter der Bundesrepublik Deutschland Helmut Elfenkämper

In der Stadt des einzigen vollständig erhaltenen Ghettos aus der Barockzeit mit seiner prächtigen Synagoge, der Judengasse und dem Friedhof widmet sich diese internationale Tagung der jüdischen Geschichte von Böhmen und Mähren in der Vormoderne. Sie umfasst grundlegende Themen wie Ansiedlungsprivilegien, Gemeindeordnungen und Berufsstruktur, aber auch rabbinisches Recht, religiöse Werke und Maßnahmen der jüdischen Aufklärung zur Förderung der weltlichen Bildung. Vor dem rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund werden einige wichtige Gemeinden – insbesondere der Veranstaltungsort – und bedeutende Persönlichkeiten vorgestellt. Sowohl im innerjüdischen Bereich als auch im Austausch mit der christlichen Umwelt reicht das Wirken dieser Hofjuden, Rabbiner, Pädagogen und Künstler über die Landesgrenzen hinaus. Führungen durch die Sehenswürdigkeiten von Trebitsch runden die Tagung ab.

Programm

Dienstag, 6. 10.

17.00 Eröffnung, Begrüßung und Vorstellung des Projektes „Bohemia, Moravia et Silesia Judaica“ / P?edstavení projektu „Bohemia, Moravia et Silesia Judaica“ (Dr. Helmut Teufel)

17.30 Ing. Lubor Herzán (Trebitsch / T?ebí?): Die Asanierung des jüdischen Ghettos in Trebitsch / Asanace židovského ghetta v T?ebí?i

Ing. arch. Jaroslav Klenovský (Brünn / Brno): Mährische Synagogen vom 16. bis Mitte des 19. Jahrhunderts / Moravské synagogy od 16. do poloviny 19. století

Mittwoch 7.10.

9.00-9.45 Martha Keil (St. Pölten): Hebräische Quellen zum Dreißigjährigen Krieg / Židovské prameny ke 30leté válce

9.45-10.30 Lisa-Maria Tillian (Wien): Von Prag nach Wien - nicht zugestellt. Jüdisch-deutsche Privatbriefe aus dem Jahr 1619 / Z Prahy do Vídn? – nedoru?eno. Soukromé listy v jidiš z roku 1619

11.00-11.45 Tamas Visi (Olmütz / Olomouc): Vzpoura Eliezera Eilburga proti rabínské tradici: Deset otázek moravským rabín?m / Die Rebellion des Eliezer Eilburg gegen die rabbinische Tradition: Zehn Fragen an die mährischen Rabbiner

11.45-12.30 Pavel Kocman (Brünn / Brno): Mezi vrchností, k?es?any a vlastní obcí – Prostor k životu a podnikání v 17. století na n?kolika p?íkladech z jihomoravských židovských obcí / Zwischen Obrigkeit, Christen und eigener Gemeinde – Raum zum Leben und für Unternehmertum im 17. Jahrhundert an einigen Beispielen aus südmährischen Judengemeinden

14.30-15.15 Hillel Kieval (Washington): Soziale Konflikte und kultureller Austausch in Maharals Prag / Sociální konflikty a kulturní vým?na v Maharalov? Praze

15.15-16.0 Alexandr Putík (Prag / Praha): „Udávání jako prost?edek boje“ (p?edb?žné
téma) / „Denunziation als Kampfmittel“ (vorläufiges Thema)

16.30-17.15 Martin Štindl (Großmeseritsch / Velké Mezi?ící): Pok?t?ní židé a židovské
obce na Morav? / Getaufte Juden und mährische Judengemeinden

17.30 Führung durch das Museum

Donnerstag, 8. 10.

9.00-9.45 Krzysztof Migo? (Wroclaw): Jüdische Buchkultur in Schlesien in der frühen Neuzeit: der Bibliograph und Buchdrucker Schabtai Bass (1641-1718) / Židovská knižní kultura ve Slezsku v raném novov?ku: Bibliograf a knihtiska? Schabtai Bass (1641-1718)

9.45-10.30 Falk Wiesemann (Düsseldorf): „Von Trebitsch nach Wien“ – Jüdische Kalligraphie und Buchmalerei aus Mähren im 18. Jahrhundert / „Z T?ebí?e do Vídn?“ – Židovská kaligrafie a knižní malba na Morav? v 18. století

11.00-11.45 Iveta Cermanová (Prag / Praha): Mezi osvícenci, rabíny a státem: cenzura hebrejských knih v ?echách (1781-1848) / Zwischen Maskilim, Rabbanim und Staat: Die Zensur hebräischer Bücher in Böhmen (1781-1848)

11.45-12.30 Louise Hecht (Olmütz / Olomouc): Haskala und Schulwesen in Böhmen / Haskala a školství v ?echách

14.30-15.15 Wolfgang Gasser (Wien): Einem Tagebuch auf der Spur – Benjamin Kewall
aus Polna beschreibt die Wiener Revolution von 1848/49 / Na stop? jednoho deníku – Benjamin Kewall z Polné popisuje víde?skou revoluci let 1848/49

Abschluß des Symposiums, Schlusswort von Dr. Helmut Teufel

15.45 Führung durch das Ghetto und den jüdischen Friedhof: Jaroslav Klenovský, Lubor Herzán

« zurück


Die Stimme der Opfer: Erinnerungen ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiter/innen an ihre Deportation nach Österreich

Vortrag von Dr. Eleonore Lappin-Eppel

im Rahmen des internationalen Symposiums aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Theodor Kramer Gesellschaft

25.9.2009 16.00-17.15 Panel
Literarisches Quartier Alte Schmiede, 1010 Wien,Schönlaterngasse 9

Das Programm der gesamten Tagung finden Sie hier!


Preisverleihung und Ausstellungseröffnung zum offenen Wettbewerb "Mahnmal für die Zwangsarbeiterlager St. Pölten - Viehofen"

Viehofner See

am Montag, den 14. September 2009, um 17.00 Uhr
im Stadtmuseum St. Pölten

mit Entwürfen von Catrin Bolt, Matthias Braun, Ulrich Brüschke, Bernhard Cella, Judith Engelmeier, Tatiana Lecomte, Aron Itai Margula, Hansjörg Mikesch, Nicole Six & Paul Petritsch zusammen mit Jeanette Pacher, Ulla Rauter, Rene Rheims und Peter Sommerauer

Im Februar 2009 wurde von der Stadt St. Pölten zusammen mit Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich ein offener Wettbewerb zur Erlangung eines künstlerischen Entwurfs für ein Mahnmal für die Zwangsarbeiterlager St. Pölten – Viehofen ausgeschrieben. In den Jahren 1944 und 1945 gab es in St. Pölten - Viehofen ein Zwangsarbeiterlager für ungarische Juden und Jüdinnen sowie ein Arbeitslager für so genannte Ostarbeiter. 60 Jahre lang wurde die Existenz dieser Lager verdrängt und verschwiegen. Heute befindet sich auf dem Gelände der Viehofner See, der von zahlreichen BewohnerInnen der Stadt St. Pölten als Freizeitareal genutzt wird. Mit Hilfe eines künstlerischen Projekts wird versucht, diesen vergessenen Teil der Geschichte St. Pöltens ins Gedächtnis zurückzurufen.

Aus den über 160 Einreichungen wurden vom Gutachtergremium die Entwürfe von Catrin Bolt und Tatiana Lecomte ex aequo als Siegerprojekte mit jeweils € 4.000,- Preisgeld ausgewählt. Der dritte Preis mit € 2.000,- ging an Jutith Engelmeier. Im Zuge der Ausstellung im Stadtmuseum St. Pölten werden neben den Siegerprojekten weitere 9 Entwürfe, die in die engere Auswahlrunde aufgenommen wurden, gezeigt.

Catrin Bolt, 1979 in Kärnten geboren, in Wien lebend, greift in ihrem Entwurf die in Freizeitarealen zur Vermittlung von Informationen beliebten Orientierungstafeln auf. An stark frequentierten Orten zeigen diese den aktuellen Standort der BesucherInnen an, in diesem Fall jedoch auf einer Karte, die die Situation um die Viehofner Seen von 1944/45 wiedergibt. Der Künstlerin gelingt, die Aufmerksamkeit der BesucherInnen mit einer allgemein verständlichen und gewohnten formalen Sprache auf die Geschichte des Ortes zu ziehen, um dann einen Prozess der Erkenntnis über Irritation auszulösen.

Tatiana Lecomte, 1971 in Bordeaux geboren, in Wien lebend, wird an ca. 20.000 St. PöltenerInnen im Laufe eines Jahres von ihr selbst handgeschriebene Postkarten schicken, mit dem stereotypen Satz: „Ich bin gesund, es geht mir gut.“. Dies ist ein Satz, den die Insassen der Lager, wenn sie Postkarten schreiben durften, als Standardsatz vermerken mussten. Die Motive der Postkarten betreffen die in der Ausschreibung festgesetzten Orte: Viehofner See, Lager der ehemaligen Glanzstoffwerke und Massengrab am Friedhof.

Die Architektin Judith Engelmeier, 1981 in Dresden geboren, schafft 20 Stufen unter dem Wasserspiegel, einen kontemplativen Gedenkraum, der von drei Seiten vom See umspült ist. Sowohl räumlich, als auch akustisch entsteht auf diese Weise ein vom Alltag entrückter Ort. Lediglich eine rundum laufende Gedenkschrift offenbart den eigentlichen Zweck dieser künstlerischen Arbeit.

Die zwei Siegerprojekte sollen im Frühjahr 2010 umgesetzt werden.

Weitere Informationen unter www.publicart.at


„Kennen Sie Paltram?“ Eine Zeitreise durch das jüdische St. Pölten

Veranstaltung zum Jubiläum 850 Jahre St. Pölten
Samstag, 12. 9. 2009, 19 Uhr 30, Ehemalige Synagoge St. Pölten
Eintritt frei!

Seit dem Mittelalter wirkten jüdische Persönlichkeiten in St. Pölten, zum Wohl ihrer Gemeinde und der ganzen Stadt. Dieser Abend ist ein historischer und musikalischer Streifzug durch die Jahrhunderte, der ihre Geschichte mit den Werken jüdischer Komponisten verbindet.

Mit den Mitarbeiter/innen des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs und dem Trio ATURJA (Junko Tsuchiya, Klavier; Lukas Thenius, Violine; Taner Türker, Violoncello)

Programm

Herbert Zipper (1904 Wien-1997 Santa Monica): Dachau-Lied (Dachau 1938, Text: Jura Soyfer)
Viktor Ullmann (1898 Teschen-1944 Auschwitz): Aus dem Streichquartett Nr. 3 op. 46 (Theresienstadt 1943)

Christoph Lind: Vertreibung und Vernichtung

Alexander von Zemlinsky (1871 Wien-1942 Larchmont/New York): Andante aus dem Klaviertrio d-moll op. 3 (Wien 1896)

Martha Keil: Die Gemeinde in der Blüte

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 Hamburg-1847 Leipzig): Molto allegro agitato aus dem Klaviertrio d-moll op. 49 (Leipzig und Frankfurt am Main 1839)

Birgit Wiedl: Die Anfänge der Gemeinde

Salamone Rossi (1550-1630 Mantua): Canzon à 4 & Gagliarda detta "La Zambalina"

Barbara Staudinger: Landjuden und Tolerierte

Guglielmo Ebreo (1420 Pesaro-1484 Florenz): Falla con misuras (La Bassa Castiglia)

Eveline Brugger: Kennen Sie Paltram?

Nachspiel: Sholom Secunda (1894 Russland-1974 New York): “Dos Kelbl” (New York 1940, Text: Aaron Zeitlin)

Hans Krása (1899-1944 Auschwitz): Aus der Kinderoper „Brundibár“ (Prag 1938, ab 1943 55 Aufführungen in Theresienstadt)


Salondamen und Dienstboten. Jüdisches Bürgertum um 1800 aus weiblicher Sicht

19. Internationale Sommerakademie

5. bis 8. Juli 2009
Veranstaltungsorte: Erste Bank, Wien 1, Petersplatz 7 (6. und 8. 7.)
Palais Mollard, Wien 1, Herrengasse 9 (7.7.)

Konzept und Organisation:
Martha Keil (INJOEST), Dieter Hecht
Stefanie Schüler-Springorum, Andreas Brämer (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg)

Ehrenschutz: Leslie Bergman

Eintritt frei!
Eine Anmeldung für die Vorträge der Sommerakademie ist nicht notwendig. Bitte beachten Sie die beiden verschiedenen Veranstaltungsorte!

Inhalt
Unsere diesjährige Tagung vereinigt mehrere Themen und Fragestellungen: Frauen- und Geschlechtergeschichte, Geschichte der Unterschichten, Alltagsgeschichte und die jüdische Geschichte in Deutschland und Österreich am Vorabend der Emanzipation. Die kurze Periode zwischen den Toleranzpatenten 1782 und der Revolution 1848 ist ein enorm wichtiger Zeitabschnitt, der die späteren Entwicklungen zu Reformjudentum und moderner Orthodoxie entscheidend prägte. Die Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxie und Modernität trugen maßgeblich auch gebildete Frauen mit, deren Salons ein Ort des Diskurses jüdischer und christlicher Intellektueller und Künstler zu den politischen und sozialen Fragen der Zeit waren. Ob der „Mythos des Salons“ allerdings von der Forschung aus verschiedenen Motiven idealisiert wurde, wird bei der Tagung kritisch diskutiert. Dass hier auch die Dienstboten, deren Arbeit die gesellschaftlichen Ereignisse erst ermöglichte, aus den Quellen sichtbar gemacht werden, ist ein Novum und Forschungsdesiderat.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte der deutschen Juden (Hamburg)

Hier finden Sie einen Online-Tagungsbericht!

Gefördert von:
Behörde für Wissenschaft und Forschung der Freien und Hansestadt Hamburg
Erste Bank
Wien Kultur
Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden e. V.

Programm


Gleich dem kleinen Häuflein der Makkabäer. Die jüdische Gemeinde in Simmering

Buchpräsentation

Herbert Exenberger „Gleich dem kleinen Häuflein der Makkabäer. Die jüdische Gemeinde in Simmering“
Hrsg. v. Dr. Eleonore Lappin-Eppel im Auftrag des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs in der Schriftenreihe „Jüdische Gemeinden“, Mandelbaum-Verlag, Wien 2009.

Donnerstag, 23.04.2009, 19.00 Uhr
Bezirksmuseum Simmering
Adresse: Festsaal des Amtshauses, 1110 Wien, Enkplatz 2

Gemeinsam mit dem Mandelbaum-Verlag ladet das Bezirksmuseum Simmering am Donnertag, 23. April 2009 um 19 Uhr zur Präsentation des Buches im Festsaal des Amtshauses, 1110 Wien, Enkplatz 2, ein.

Vergeblich sucht man bei dem ersten Chronisten Simmerings, Ernst Carl Gatter, der im Jahre 1883 sein Buch „Denkwürdigkeiten der Gemeinde Simering in Niederösterreich“ präsentierte, nach Informationen über die damals schon größere jüdische Gemeinde dieses Orts. Immerhin waren, um hier zwei Beispiele anzuführen, 1863 der erste jüdische Bethausverein –die Israelitischen Betgenossenschaft – gegründet und 1875 eine jüdische Religionsschule eingerichtet worden.

Vor mehr als zwanzig Jahren begann Herbert Exenberger im Rahmen des Bezirksmuseums Simmering über die jüdische Bevölkerung zu recherchieren, bekam jedoch immer wieder die Frage zu hören: „Gab es denn überhaupt Juden in Simmering?“ Die meisten dieser Personen vermuteten Juden in Simmering nur auf den jüdischen Abteilungen des 1. und 4. Tores des Wiener Zentralfriedhofes. Andere wieder waren überzeugt, dass alle Juden reich wie Rothschild wären.
Der Wunsch, solchen Fragen und Meinungen entgegenzutreten, bestimmte zunächst die Nachforschungen. Denn nur ganz wenige jüdische Familien Simmerings gehörten zum Großbürgertum, welche das Klischee der zerstörten jüdischen Gemeinde Wiens bestimmen, sie waren aber auch keine strenggläubigen Chassidim, sondern meist kleine Händler, Handwerker, Arbeiter und Gewerbetreibende.
Enthalten sind Informationen über die jüdischen Vereine in Simmering, über die Bedeutung der Synagoge in der Braunhubergasse für das religiöse, geistige und kulturelle Leben der jüdischen Gemeinde, über die Auswirkungen und den Leidensweg der Simmeringer jüdischen Männer, Frauen und Kinder während der nazistischen Gewaltherrschaft bis hin zu symbolischen „Gedenktafeln“ für die Simmeringer Opfer der Shoah.
Thematisiert wird selbstverständlich auch die bedrückende soziale Situation vieler Simmeringer Juden, etwa in den Abschnitten „Hausierer – Kleinhändler –Tödler“ oder über die „Jüdischen Familien im Barackenlager Hasenleiten“.

Das Buch versteht sich als „Erinnerungszeichen“ an die Simmeringer jüdische Gemeinde, vergleichbar auch mit den jüdischen Memor-Büchern, die Wissen über zerstörte jüdische Gemeinden bewahren. Den erwähnten Simmeringer Jüdinnen und Juden soll ihre Identität wiedergegeben und ihre Namen der Vergessenheit entrissen werden.


9. Gedenkfahrt nach Engerau

Vortrag von Dr. Eleonore Lappin

beim Mahnmal für die ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter auf dem Friedhof von Petržalka (Engerau) / Bratislava

und beim Gedenkstein für ungar.-jüd. Zwangsarbeiter auf dem Friedhof und im Kurpark von Bad Deutsch-Altenburg

Sonntag, 29. März 2009
Abfahrt 8.00 Uhr (Sommerzeit)
Rückkehr: ca. 18 Uhr

Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier!


"Die Kriegskassen voll jüdischem Geld?"

Der Beitrag der österreichischen Juden zur Kriegsfinanzierung im Spätmittelalter

Vortrag von Dr. Birgit Wiedl

Freitag, 27. März 2009, 10 Uhr 45

im Rahmen der Tagung

"Krieg und Wirtschaft"
der Universität Graz und des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung
(25.-27. März 2009)

Senatssaal des Universitätshauptgebäudes, Universitätsplatz 3/1


Die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden durch die Steiermark

Vortrag von Dr. Eleonore Lappin

im Rahmen der Tagung
"NS-Herrschaft in der Steiermark. Terror – Verfolgung – Widerstand"

30. Jänner 2009, 11.00–13.00 Uhr
Karl-Franzens-Universität Graz, Resowi-Zentrum, Universitätsstraße 15, 8010 Graz
(SZ 15.21, Bauteil A/II)

Veranstaltet von:
Centrum für Jüdische Studien, CLIO. Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit, Institut für Geschichte (Abteilung Zeitgeschichte), Ludwig Boltzmann Institut für Gesellschafts- und Kulturgeschichte

Panel 5: NS-Terror: Verfolgung und Widerstand II
Gerald Lamprecht (Graz): Die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in der Steiermark
Michael Teichmann, Roman Urbaner (Graz): Die Verfolgung von Roma und Sinti in der Steiermark
Birgit Poier (Graz): Euthanasie in der Steiermark
Eleonore Lappin (Wien/St.Pölten): Die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden durch die Steiermark

E-mail CJS
Website für weitere Informationen
Der Beitrag ist unter nachles- und hörbar!


Sonderlager für ungarische Juden

Vortrag von Dr. Eleonore Lappin
im Rahmen des Workshops

Lager im NS-Herrschaftssystem
Wiepersdorf, 22. und 23. Januar 2009

22. Januar, 13.30 Uhr:

Lagertypen I
· Zwangsarbeitslager für Juden, Mario Wenzel
· Erweiterte Polizeigefängnisse und Polizeihaftlager, Elisabeth Thalhofer
· Lager für ausländische Zivil- und Zwangsarbeiter, Carina Baganz
· Durchgangslager, Angelika Königseder

Lagertypen II
· Sonderlager für ungarische Juden, Eleonore Lappin
· Jugendschutzlager, Beate Kosmala
· Lager der „Organisation Schmelt“, Andrea Rudorff
· Arbeitserziehungslager, Cord Pagenstecher

Regionen I
· Serbien, Holm Sundhaussen
· Kroatien, Maria Vulesica
· Weißrussland, Petra Rentrop
· Transnistrien, Svetlana Burmistr


Deutsch-jüdische Presse und jüdische Geschichte

Buchpräsentation

15. Januar 2009, 18.30 Uhr
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Eleonore Lappin, Michael Nagel (Hg.), Deutsch-jüdische Presse und jüdische Geschichte: Dokumente, Darstellungen, Wechselbeziehungen / German-Jewish Press and Jewish History: Documents, Representations, Interrelations, 2. Bde. Bremen 2008

Univ. Prof. Dr. Fritz Hausjell, Institut für Publizistik der Universität Wien im Gespräch mit der Herausgeberin
Dr. Eleonore Lappin, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten,
und dem Herausgeber
Univ. Prof. Dr. Michael Nagel, Institut für Deutsche Presseforschung der Universität Bremen

Zum Buch

Die historische deutsch-jüdische Presse gewinnt in der aktuellen Forschung an Bedeutung. Zunehmend wird erkannt, dass diese Presse zeit ihres Bestehens innerhalb der jüdischen Geschichte eine wichtige Rolle gespielt hat. Detailreich und differenziert forcierten die historischen jüdischen Zeitungen und Zeitschriften seit der Haskalah eine teils innerjüdische, teils in die Allgemeinheit zielende Diskussion um jüdische Belange auf den Feldern des politischen, des gesellschaftlichen, des religiösen und des kulturellen Lebens. Dem heutigen Leser erschließen sich in diesen Blättern die Ziele und Anliegen, das geschichtliche Verständnis und die Zukunftsvorstellungen des deutschen und des deutschsprachigen Judentums in anderen Ländern von der Aufklärung bis in die Gegenwart.
Das vorliegende zweibändige Werk bietet einen Überblick über zweihundert Jahre deutsch-jüdische Presse und jüdische Geschichte im deutschsprachigen Raum.


Ungleichheiten. Judenrecht und jüdisches Recht in Spätmittelalter und Frühneuzeit

Vortragsreihe am Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung
Praterstern 1, 1020 Wien, 18 Uhr 30

Das weite rechtliche und soziale Feld der "Ungleichheiten" war im Jahr 2008 Thema des Deutschen Historikertages. Wir nehmen die Idee auf und untersuchen anhand von vier Fragestellungen Ungleichheiten im Judenrecht - dem Recht, das die Obrigkeit über Juden verhängt - und im jüdischen, rabbinischen Recht. Es zeigt sich, dass je nach Standpunkt Recht als Ungleichheit empfunden wurde oder Ungleichheit von Vorteil sein konnte.

7. Jänner 2009: Dr. Eveline Brugger
Daz die verfluchten juden vil pezzer recht habent. Die Rechtsstellung der mittelalterlichen Juden aus christlicher Sicht

14. Jänner 2009: Dr. Barbara Staudinger
Gleich oder doch ungleich? Jüdische Kauffrauen in der Frühen Neuezeit

21. Jänner 2009: Dr. Martha Keil
Aguna (die "Verankerte") - Rabbinische Strategien gegen Härtefälle im Eherecht

28. Jänner 2009: Dr. Birgit Wiedl
In unser besunder scherm genommen haben ir leib und gut. Sonderprivilegien einzelner Juden im Spätmittelalter

zum Seitenbeginn

© 2012 Institut für jüdische Geschichte Österreichs | English version | JPETo ™ CMS | Login »