Von Dreideln, Mazzes und Beschneidungsmessern. Jüdische Dinge im Museum

Hrsg. von Birgit Johler und Barbara Staudinger. Verein für Volkskunde, Wien 2011. ISBN 978-3-902381-17-0. Preis: 20,-
Bezug: office@volkskundemuseum.at

"Jüdische Dinge" oder "Judaica" sind nicht nur in Jüdischen Museen zu finden. Auch das Österreichische Museum für Volkskunde beherbergt eine solche Sammlung, die bis 1938 in den Schauräumen des Museums ausgestellt war. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie abgeräumt, magaziniert und vergessen.
Heute, 73 Jahre nach der Schoa, wurden 20 Objekte aus diesem Fundus durch TeilnehmerInnen eines Seminars am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien bearbeitet. Ergebnis ist eine Ausstellung, die von Birgit Johler und Barbara Staudinger gemeinsam mit den Studierenden konzipert wurde und die sich mit jüdischen Dingwelten und mit den Sammlungsgeschichten bzw. der musealen Praxis auseinandersetzt. Die "Jüdischen Dinge" sind Dinge ohne Erinnerung - vielfach existieren nur spärliche Informationen im Inventarbuch. Trotzdem sind sie "Zeitzeugen" bzw. Informationsträger: Sie wurden nach ihren verschieden gelagerten Kontexten und Geschichten befragt, dazu gehören auch Fragen im Zusammenhang mit Raub bzw. bedenklichen Erwerbungen. Gefragt wurde aber auch nach stereotypen Bildern oder musealen Zuschreibungen in Vergangenheit und Gegenwart.

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