"Ostjuden". Geschichte und Mythos
Reihe: Juden in Mitteleuropa, Ausgabe 2011
76 Seiten, 7,- Euro, erhältlich im Buchhandel oder direkt bestellen unter office@injoest.ac.at, ISBN 9-190001-012506-11
Um 1900 veränderte sich die jüdische Welt Mitteleuropas. Pogrome und wirtschaftliche Not hatten zur Folge, dass osteuropäische Juden massenhaft in den Westen migrierten, in die europäischen Metropolen genauso wie nach Amerika. Die in der Mehrzahl tief religiösen „Ostjuden“ trafen dort auf weitgehend in die nichtjüdische Gesellschaft integrierte „Westjuden“ und damit auf ein völlig neues jüdisches Umfeld. Dessen Reaktion schwankte zwischen Ablehnung der vermeintlichen „Hinterwäldler“ und Stilisierung des „wahren“, weil „authentischen“ Judentums.
Die vorliegende Ausgabe nähert sich der Thematik aus unterschiedlichen Sichtweisen: Eine Perspektive führt in den Osten, zu den jüdischen Gemeinden Galiziens, zu den Schtetln und den rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen. Weitere Beiträge setzen mit den „Ostjuden“ im Westen auseinander: mit Wien und dem Palästina der 1920er Jahre, mit Migration, Transit und Kulturtransfer.
Inhalt
Sabine Hödl
Editorial
Svjatoslav Pacholkiv
Die Ostjuden als Begriff in der Geschichte
"Sag mir, wo die Juden sind" - Zum Beispiel: St. Pölten.
Migration und Gegenwart, Vertreibung und Gedächtnis
Börries Kuzmany
Das Schtetl. Geschichte und Wahrnehmungen eines urbanen Phänomens
Martha Keil
RecteLax, False Kritz: Die "ungültigen" Ehen in Gelizien 1789-1938
Barbara Staudinger
Unerwünschte Fremde? "Ostjuden" in Wien
Joachim Schlör
Jeszcze piekniejsze od Paryza - Die "Ostjuden" im Palästina der 1920er Jahre
Ruth Ellen Gruber
(Candle)sticks on Sone. The Representation of Women in Jewish Tombstone Art
Claudia Erdheim
Die Lesewelt der galizischen Juden

