1938. Auftakt zur Shoah in Österreich. Orte - Bilder - Erinnerungen

Titelbild 1938. Auftakt zur Shoah

Hrsg. von Dieter J. Hecht, Eleonore Lappin, Michaela Raggam-Blesch, Lisa Rettl und Heidemarie Uhl

Milena Verlag Wien 2008
48 Seiten, Format 170 x 240, 72 Abbildungen, Coverillustration: Melissa Gould , Fotografie: Edward Woodman, Covergestaltung: Larissa Cerny, ISBN 978 3 95286 165 4


Der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 hatte eine Radikalisierung der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik gegen die jüdische Bevölkerung zur Folge: Die pogromartigen Gewaltexzesse in österreichischen Städten schrieben sich in die Geschichte der Shoah, der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im nationalsozialistischen Machtbereich, ein. In Wien hat Adolf Eichmann sein System der staatlich-institutionellen Beraubung, Vertreibung und Erfassung der jüdischen Bevölkerung eingeführt, das schließlich zu den Massendeportationen der europäischen Jüdinnen und Juden in die Vernichtung weiterentwickelt wurde.

1938. Auftakt zur Shoah in Österreich. Orte - Bilder - Erinnerungen zeichnet die Erfahrungen der jüdischen WienerInnen und ÖsterreicherInnen vom „Anschluss“ im März bis zum Ende des Jahres 1938 nach. Auf die Misshandlungen und Demütigungsrituale sowie die privaten und behördlich angeordneten Plünderungen, Beraubungen und Verhaftungen des „Anschluss“-Pogroms folgten die rasche wirtschaftliche, berufliche und gesellschaftliche Ausgrenzung durch „Arisierungen“, Berufsverbote, Einschränkung der Bildungsmöglichkeiten und unzählige behördlich verordnete Beschränkungen – bis hin zum Verbot, Parks zu betreten.
Das Novemberpogrom bildete den vorläufigen Höhepunkt der NS-Verfolgungspolitik mit dem Ziel, die jüdische Bevölkerung aus dem Deutschen Reich zu vertreiben, ihr Eigentum aber einzubehalten. Die im Sommer 1938 von Adolf Eichmann in Wien eingerichtete „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ wurde dabei zur organisatorischen Keimzelle des Holocaust.

1938. Auftakt zur Shoah in Österreich. Orte - Bilder - Erinnerungen wählt bewusst die Perspektive der jüdischen Verfolgten. Nach 1945 fand die Erinnerung an die mehr als 65.000 österreichischen Opfer der Shoah lange Zeit kaum Eingang in das österreichische Geschichtsbewusstsein: Die Zweite Republik stellte sich selbst als „erstes Opfer“ des Nationalsozialismus dar. Den Jüdinnen und Juden, die durch das NS-Regime verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, eine Stimme zu geben, dem Gedächtnis an die Opfer der Shoah im Gedenkjahr 2008 Präsenz zu verleihen, ist Ziel dieser Publikation.

Die Darstellung der Geschichte des Jahres 1938 aus der Perspektive der jüdischen Bevölkerung verwendet neue Formen historischen Erzählens: Lebensgeschichtliche Erinnerungen von ZeitzeugInnen werden mit konkreten Orten und Bildmaterial verknüpft sowie durch Dokumente und wissenschaftliche Kommentare ergänzt.

COVER: Melissa Gould „SOUVENIR WIEN 1938“
Für die Coverillustration konnte Melissa Gould gewonnen werden, eine New Yorker Künstlerin, deren Vater aus Wien geflüchtet ist und deren Großvater in Auschwitz ermordet wurde. Die Installation “SCHADENFREUDE", die auf dem Cover zu sehen ist, war im Jahr 1995 im Imperial War Museum, London ausgestellt.

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