Geschichte der Juden in Niederösterreich
von den Anfängen bis 1945
Reihe in vier Bänden, Mandelbaum Verlag, Wien
Niederösterreich war mit seinen 15 Israelitischen Kultusgemeinden (IKG) im Jahr 1938 das österreichische Bundesland mit den meisten jüdischen Gemeinden. Neben den jeweiligen Stadtgebieten umfassten sie auch große "Landsprengel" in den die Städte umgebenden Bezirken. Zur Geschichte der Juden in Niederösterreich existieren zwar einige regionale Forschungen und Publikationen, vor allem zur Zeit des Nationalsozialismus, die umfassende Darstellung der niederösterreichischen jüdischen Geschichte ist aber ein Desiderat. Das Institut plant daher in den kommenden Jahren eine vierbändige Reihe zum Thema, der vierte Band ist bereits erschienen.
1. Band
Von den Anfängen bis 1496
(Birgit Wiedl, Martha Keil, erscheint 2012)
Der Band umfasst die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Stellung der Juden im mittelalterlichen Österreich sowie das religiöse und kulturelle Gemeinde- und Alltagsleben in Beziehung mit der christlichen Umwelt. Die im FWF-Projekt "Regesten zur Geschichte der Juden im Mittelalter" erfassten Quellen finden ebenso Niederschlag wie Rechtsgutachten und Minhagim (Rechtsbräuche und Riten) österreichischer Rabbiner.
2. Band
Barbara Staudinger, "Gantze Dörffer voll Juden."
Geschichte der Juden in Niederösterreich 1496-1670
Mandelbaum Verlag, Wien 2005 (Bereits erschienen)
Die Geschichte der niederösterreichischen Juden in der Frühen Neuzeit, von den Anfängen im frühen 16. Jahrhundert bis zur Ausweisung aus Wien und Niederösterreich 1670 ist bis heute nahezu unbeachtet geblieben. Die Autorin beschreibt die langsame Rekonsolidierungsphase jüdischen Lebens im Lande unter der Enns, wo es schließlich in den letzten fünfzig Jahren vor der Vertreibung zu einer Blüte jüdischer Gemeinden kam. Die Untersuchung basiert auf den Quellenstudien und Forschungen des Projekts "Austria Judaica" und bietet erstmals eine vollständige Geschichte der lange vergessenen Landjuden
3. Band
Vom Toleranzpatent bis zum "Anschluss", 1782 -1938
(Christoph Lind, Projekt des FWF 2005-2008)
Der Autor erarbeitet für den Zeitraum von 1782 bis 1938 eine integrierte Geschichte der jüdischen Gemeinden Niederösterreichs, die politische, kulturelle, religiöse, soziale und wirtschaftliche Fragen berücksichtigt.
4. Band
Christoph Lind, "Der letzte Jude hat den Tempel verlassen".
Juden in Niederösterreich 1938 -1945
Mandelbaum 2004 (Bereits erschienen)
Die Publikation beschreibt "Anschluss" und "Anschlusspogrom", "Arisierungen" und Vertreibungen, das Novemberpogrom 1938 und schließlich die Auflösung der Gemeinden. Weiters wird das Schicksal der Synagogen und Friedhöfe in den Kriegsjahren und der Nachkriegszeit dargestellt. Das Buch enthält Verzeichnisse der Synagogen, Bethäuser und Beträume, der jüdischen Friedhöfe, der Rabbiner und Kantoren sowie der jüdischen Vereine in Niederösterreich.
Die Forschungsarbeiten wurden vom Land NÖ, Abteilung für Kultur, und dem Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus gefördert.
Informationen: Dr. Martha Keil
