Studien- und Tagungsbände

Drei Generationen. Shoah und Nationalsozialismus im Familiengedächtnis

Hg. von Martha Keil und Philipp Mettauer
Schriftenreihe des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, Band 2
Studienverlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2016

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Den ehemaligen Mitgliedern der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ stand es weitestgehend offen, sich mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen oder darüber hinweg zu sehen. Für die verfolgten Jüdinnen und Juden, für ihre Kinder, Enkel und Enkelinnen hingegen war und ist es unvermeidbar, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen.
Die in diesem Band versammelten Beiträge nähern sich der Problematik der Nachkommen einerseits von Überlebenden und Opfern der Shoah sowie der rechtzeitig Geflohenen, andererseits von Täterinnen, Tätern und Mitläufern an. Fragen der transgenerationalen Weitergabe sowohl von Trauma als auch von Ressourcen, Formen der Auseinandersetzung und Reflexion, Strategien der Verarbeitung bzw. Verdrängungsphänomene werden nicht nur auf wissenschaftlicher und gesellschaftlicher, sondern auch auf sehr persönlicher Ebene diskutiert. Der Tagungsband, hervorgegangen aus der 23. Internationalen Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs 2013 in Wien, vereint neue Forschungsergebnisse aus historischen, psychoanalytischen, therapeutischen, psychologischen, künstlerischen sowie literatur- und bildungswissenschaftlichen Perspektiven.

Inhaltsverzeichnis

  • Philipp Mettauer, Vorwort und persönlicher Zugang
  • Philipp Mettauer, Entwurzelt? Erzwungene Emigration im Familiengedächtnis
  • Lenka Šindelářová, Meine persönliche erste Generation
  • Philipp Mettauer, Deportationen und Konzentrationslager im Familiengedächtnis
  • Nina Flurina Caprez, Leben „dank“ der Shoah. Spuren der Verfolgung bei einer Überlebenden und ihrer Enkelin
  • Marianne Windsperger, Generation 3.0: Narrative der dritten Generation. Eine Bestandsaufnahme
  • Nicole L. Immler, Gefühltes (Un-)Recht im Familiengedächtnis. Zum Aspekt der „Generation“ in der Entschädigungspolitik
  • Christian Klösch, Nationalsozialismus im Familiengedächtnis. Beispiele aus Familien von Vertriebenen, Kriegsgefangenen und Wehrmachtssoldaten
  • Jürgen Müller-Hohagen, Seelische Auswirkungen der NS-Zeit bei Nachkommen von Tätern und Mitläufern
  • Margit Reiter, Die Shoah im Familiengedächtnis. Transgenerationelle Tradierung von Antisemitismus auf die „Kinder der Täter“
  • Iris Wachsmuth, Der Dialog über die Shoah in Familien von Täter(inne)n und Mitläufer(inne)n
  • Jo Schmeiser, „Oma war ein Nazi“– Wie (an)erkennen Frauen die NS-Verstrickungen ihrer Großmütter?
  • Kurt Grünberg/Friedrich Markert, Todesmarsch und Grabeswanderung – Szenisches Erinnern der Shoah. Ein Beitrag zur transgenerationalen Tradierung extremen Traumas in Deutschland
  • Julia Demmer, Das Familiengedächtnis im öffentlichen Austausch. Intergenerationale Kommunikationsprozesse bei Zeitzeug(inn)engesprächen
  • Daniel Wutti, Retraumatisierung und Reinszenierung. Kärntner SlowenInnen im und nach dem Nationalsozialismus
  • Autorinnen und Autoren                                                                             

 

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Quellen zur jüdischen Geschichte Niederösterreichs

Die Vorträge des 33. Symposions des NÖ Instituts für Landeskunde gemeinsam mit dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs. St. Pölten, 19.-20. November 2013. Hg. von Martha Keil und Elisabeth Loinig (Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde. Hg. von Elisabeth Loinig und Reinelde Motz-Linhard, Band 58). St. Pölten 2016.

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Inhaltsverzeichnis

Martha Keil, Zeugen von Gewalt. Mittelalterliche hebräische Fragmente in niederösterreichischen Bibliotheken

Birgit Wiedl, Wer ist Ernustus iudeus? Die schwierige Suche nach Juden in mittelalterlichen Archivbeständen

Eveline Brugger, Daz her Chalhoh von Eberstorf gelten sol Lebmanne dem Juden. Das Archiv der Herren von Ebersdorf als Fundgrube für die mittelalterliche jüdische Geschichte

Elisabeth Loinig, Toleriert oder Abgewiesen. Die Niederösterreichische Regierung und die Juden in WIen im 18. Jahrhundert – Argumentationsmuster, Strategien und Entscheidungsfindung zwischen Normen und Werten

Christoph Lind, Tolerierte, Wanderhändler, „Illegale“. Juden in Niederösterreich vor 1848

Iris Palenik, Die vergessene „erste“ Migration. Die Einwanderung nach Österreich von 1848 bsi 1921 in jüdischen Lebenserinnerungen

Philipp Mettauer, „Da Sie jüdischer Abstammung sind, halte ich Sie nicht für geeignet, in einem kulturvermittelnden Beruf tätig zu sein." – Quellen zum Buchhandel in der NS-Zeit

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„Ostjuden“ – Geschichte und Mythos

Hg. von Philipp Mettauer und Barbara Staudinger
Schriftenreihe des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, Band 1. Studienverlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2015

Der Tagungsband zur gleichnamigen Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs dekonstruiert den Begriff „Ostjuden“ und diskutiert jüdische Lebenswelten im Spannungsfeld zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdzuschreibung im globalen Kontext.

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Um 1900 veränderte sich die jüdische Welt Europas. Pogrome und wirtschaftliche Not veranlassten Tausende osteuropäische Jüdinnen und Juden, nach Palästina, Amerika und in die mitteleuropäischen Metropolen zu migrieren. Dort trafen die in der Mehrzahl traditionell und religiös geprägten „Ostjuden“ auf weitgehend in die nichtjüdische Gesellschaft integrierte „Westjuden“. In diesem neuen Umfeld dienten sie häufig als Fläche für Projektionen, die zwischen dem Klischeebild des rückständigen und dem Ideal des „authentischen“ Judentums oszillierten.

Die Forschungserkenntnisse aus Geschichte, Kultur- und Literaturwissenschaften führen zur Hinterfragung vermeintlich statischer Mythen und zur Korrektur noch immer aktueller Stereotype.

Inhalt

  • Philipp Mettauer, Vorwort
  • Anna Lipphardt, Wo liegt Osten? Zur (Selbst-)Verortung osteuropäischer Juden
  • Barbara Staudinger, Unerwünschte Fremde. Galizische Juden in Wien: Zwischen Integration, Wohlfahrt und Antisemitismus
  • Gertrud Pickhan, „Ostjudentum“ und Mizrekh-Yidishkeyt. Begriffskonstruktionen, Selbstwahrnehmungen und Fremdzuschreibungen
  • Svjatoslav Pacholkiv, Galizische Judenedikte im Kontext der Josephinischen Toleranzpolitik
  • Susanne Talabardon, Reb Melech oder: Die Metamorphose des Elimelech von Lezajsk (1717–1787) vom Kabbalisten alter Schule zum Zaddik von Galizien
  • Andreas Vormaier, Ölrausch. Über eine aufstrebende Erdölindustrie in einer postfeudalen Gesellschaft
  • Peter Becker, Von Jamnica nach Kapstadt und Buenos Aires. Anna Königsberg und der Mädchenhandel in der Habsburgermonarchie
  • Michael Hagemeister, „Geheimnisse des Judentums“ und ihre „Enthüllungen“. Von Biarritz zu den Protokollen der Weisen von Zion
  • Joachim Schlör, Jeszcze piękniejsze od Paryża. Die „Ostjuden“ im Palästina der 1920er Jahre
  • Marianne Windsperger, Schtetl revisited: Jüdische Familiengeschichten zwischen New York und Osteuropa
  • Autorinnen und Autoren                     

 

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Juden und Geheimnis

Interdisziplinäre Annäherungen. Hrsg. von Claus Oberhauser (Interdisziplinäre Foschungen 25). Innsbruck University Press, Innsbruck 2015.

Die Beiträge dieses Sammelbandes gehen auf die 22. Internationale Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs zurück. Aus interdisziplinärer Sicht beschäftigen sich WissenschaftlerInnen mit dem Thema „Juden und Geheimnis“, wobei inner-, außer- und antijüdische Sichtweisen und Lesarten vorgestellt, diskutiert und besprochen werden.

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Ziel der Auseinandersetzung mit dem alles andere als unproblematischen Verhältnis zwischen Juden und Geheimnissen ist es, die imaginäre Geschichte des „jüdischen Geheimnisses“ nicht fortzuschreiben, sondern aktiv an der Dekonstruktion von historisch gewachsenen sowie auf Nicht-Wissen basierenden Vorurteilen mitzuwirken.

Inhalt

Religion und Philosophie

Gerhard Langer, Wissen und Macht. Aspekte des Geheimnisses in der rabbinischen Literatur

Knut Martin Stünkel, „Das eigentlich Religiöse in der Religion“ – Die Bedeutung des
Geheimnisses für das Judentum bei Max Wiener

Literatur und Geheimnis

Clemens Räthel, „Gibt es denn hier niemanden, der weiß, wie ein Jude aussieht?“
Adolph Rosenkildes Drama Ein Jude in Mandal (1849) und die Auseinandersetzungen um die rechtliche Stellung der Juden in Norwegen

Luisa Banki, Zur Schweigsamkeit verpflichtet. Zum Deutsch-Jüdischen bei
Walter Benjamin und Franz Kafka

Verfolgung und Geheimnis

Philipp Mettauer, „Die Großen, die flüstern dann, weil die Kinder sollen nicht hören.“
Geheimnisse verfolgter Familien im Nationalsozialismus

Anne D. Peiter, „Jüdische Geheimhaltung“ und Geheimpolizei im Spiegel der
Tagebücher Victor Klemperers aus dem „Dritten Reich“

Antisemitismus und Verschwörungstheorien

Claus Oberhauser, Die Konstruktion des jüdisch-freimaurerischen Verschwörungsmythos: Augustin Barruel, Simoninis Brief und die Folgen

Matthias Falter, Das „geheime Judenthum“ und sein „Weltherrschaftstraum“.
Antisemitische Konstruktionen jüdischer Macht und ihre inszenierte Aufdeckung im Abgeordnetenhaus der Habsburgermonarchie

Alexander Friedman, Antizionismus und Anti-Masonismus in der Sowjetunion nach dem
israelisch-arabischen Sechstagekrieg (1967). Der Verschwörungstheoretiker Vladimir Ja. Begun (1929–1989)

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Ist das jüdisch? Jüdische Volkskunde im historischen Kontext

Beiträge der Tagung des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs und des Vereins für Volkskunde in Wien vom 19. bis 20.11. 2009 im Österreichischen Museum für Volkskunde. Buchreihe der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde, 24. Wien, Selbstverlag des Vereins für Volkskunde 2010. (Zugleich Sonderdruck aus: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde LXIV/113, Wien 2010, S. 369-654.)

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Bestellungen beim |mail: Verein für Volkskunde| c/o Österreichisches Museum für Volkskunde Laudongasse 15–19, 1080 Wien. Preis (exkl. Versand) EUR 24,–

Inhalt

  • Birgit Johler, Barbara Staudinger
  • Vorwort: Ist das jüdisch? Die Jüdische Volkskunde in historischer Perspektive (S. 369–374)
  • Christoph Daxelmüller
    Hamburg, Wien, Jerusalem. Max Grunwald und die Entwicklung der jüdischen Volkskunde zur Kulturwissenschaft 1898 bis 1938. Eine Biographie in Stichworten (S. 375–393)
  • Klaus Hödl
    Die jüdische Volkskunde im Kontext ihrer Zeit (S. 395–413)
  • Joachim Schlör
    Jewish Cultural Studies – eine neue Heimat für die jüdische Volkskunde? (S. 415–434)
  • Margot Schindler
    „Alter Jude, Ton, glasiert“ – Spuren des Jüdischen im Österreichischen Museum für Volkskunde (S. 435–455)
  • Magda Veselská
    Jüdische Volkskunde in der Tschechoslowakei vor 1939? Eine Bestandsaufnahme (S. 457–473)
  • Martha Keil
    Gott, Gemeinde, Mitmensch. Versöhnungsrituale im jüdischen Spätmittelalter (S. 475–495)
  • Peter Hörz
    „Treue zur Tradition heißt nicht, Mumien zu konservieren, sondern Leben zu bewahren.“ Was die Erforscher jüdischer Kultur im Burgenland suchen, finden, bewahren und pflegen woll(t)en und was sie damit bezweck(t)en (S.497–523)
  • Barbara Staudinger
    Der kategorisierende Blick: Jüdische Volkskunde und die Verortung des Judentums (S. 525–541)
  • Samuel Spinner
    Salvaging Lives, Saving Culture: An-sky's Literary Ethnography in the First World War (S. 543–567)
  • Naomi Feuchtwanger-Sarig
    „Rimon-Milgroim": Historical Evaluation of a Cultural Phenomenon (S. 569–595)
  • Ulrich Knufinke
    Zur „Entdeckung“ der historischen Synagogen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts: architekturgeschichtlich-volkskundliche Forschung und ihre Resonanz im Synagogenbau (S. 597–622)
  • Stefan Litt
    Das Normative als volkskundliches Narrativ: Die Edition von innerjüdischen normativen Quellen durch jüdische Volkskundler vor 1933 (S. 623–634)
  • Bernhard Tschofen
    Jüdische Volkskunde? Agenden, Hypotheken, Perspektiven (S. 635–654)

 

 

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Neuland – Migration mitteleuropäischer Juden 1850–1920

Hrsg. von Martha Keil, Peter Rauscher und Barbara Staudinger
Aschkenas. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17. Jg./Heft 1, Tübingen 2008

Das Phänomen „Migration“ ist nicht nur ein Kernthema der gegenwärtigenhistorischen Sozialwissenschaften, sondern bildet auch ein wesentliches Merkmal jüdischer Geschichte.

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Juden und Jüdinnen als einer besonderen Gruppe von Migrant/innen widmete sich in jüngster Zeit eine Reihe von Forschungen.

Inhalt

  • Peter Rauscher, Neuland. Migration mitteleuropäischer Juden 1850–1920: Einführung und Kontexte (S. 1–12)
  • Annemarie Steidl, "There are no cats in America…“. Zur Teilnahme von Juden und Jüdinnen an transatlantischen Wanderungen aus den österreichischen Ländern der Habsburgermonarchie (S. 13–34)
  • Marsha L. Rozenblit, Jewish Immigrants in Vienna before the First World War (S. 35–54)
  • Yvonne Kleinmann, Zur Genese jüdischer Gemeinden in russischen Großstädten 1840–1900. Innovative Entwürfe und beharrliche Traditionen (s. 55–74)
  • Tobias Brinkmann, „Mit Ballin unterwegs“. Jüdische Migranten aus Osteuropa im Transit durch Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg (S. 75–96)
  • Jochen Oltmer, „Verbotswidrige Einwanderung nach Deutschland“: Osteuropäische Juden im Kaiserreich und in der Weimarer Republik (S. 97–122)
  • Markus Kirchhoff, Diasporische versus zionistische Diplomatie, 1878–1917 (S. 123–146)
  • Barbara Staudinger, Von Harvard nach München: James Loeb und die Umkehr der amerikanischen Immigration (S. 147–166)
  • Joachim Schlör, Konstruktionen und Imaginationen vom Heiligen Land im deutschen Judentum. Berichte von unterwegs (S. 167–184)

 

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Die „Wahrheit“ der Erinnerung. Jüdische Lebensgeschichten

Hrsg. von Eleonore Lappin und Albert Lichtblau
Studienverlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2008, 
244 Seiten

  

Der Stellenwert der Erinnerung, des Gedächtnisses in Relation zur Wahrheit steht im Mittelpunkt dieses Bandes: Erinnerung ist keine „faktische Wahrheit über die Vergangenheit“, sondern ein widersprüchliches, veränderbares, angereichertes und prozesshaftes Bild des Vergangenen, das stets subjektiv bleibt.

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Mit Beiträgen von: Andrei Corbea-Hoisie, Silvia Cresti, Maria Ecker, Armin Eidherr, Dieter J. Hecht, Johannes Hofinger, Wilma Iggers, Gerhard Jost, Eleonore Lappin, Albert Lichtblau, Renate S. Meissner, Karl Müller, Katalin Pécsi, Andrea Peto, Alexander von Plato, Michaela Raggam-Blesch, Josef Shaked, Karin Stögner und Niko Wahl.

 

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Deutsch-jüdische Presse und jüdische Geschichte: Dokumente, Darstellungen, Wechselbeziehungen

German-Jewish Press and Jewish History: Documents, Representations, Interrelations. Hrsg. von Eleonore Lappin und Michael Nagel. Die jüdische Presse. Kommunikationsgeschichte im europäischen Raum, hrsg. von Susanne Marten-Finnis und Michael Nagel, Bd. 6 und 7, zugleich Presse und Geschichte – Neue Beiträge, hrsg. von Holger Böning, Michael Nagel und Johannes Weber, Bd. 37 und 38, edition lumière, Bremen 2008.

Die historische deutsch-jüdische und europäisch-jüdische Presse gewinnt in der aktuellen Forschung zunehmend an Bedeutung.

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Innerhalb der jüdischen Geschichte, v.a. in der Ausprägung und Reflexion einer jeweils zeitbezogenen jüdischen Identität bzw. eines jüdischen Bewusstseins, spielt sie eine wichtige Rolle. Detailreich und differenziert forcieren und dokumentieren die historischen jüdischen Zeitungen und Zeitschriften seit der Haskala eine teils innerjüdische, teils in die Allgemeinheit zielende Diskussion um politische, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse, Ziele und Vorstellungen, um Abwehr und Selbstbehauptung gegenüber Judenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Inhaltsverzeichnis
Band I

  • Vorwort/Introduction 
  • 1. Identität, Nation, Sprache in jüdischen Periodika in Europa und Palästina vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Shoah
  • Irene Zwiep: Haskalah and „Wissenschaft des Judentums“ in the Earliest Dutch Jewish Press (1806–1875)
  • Christine G. Krüger: Transnationale Öffentlichkeit – nationale Feindschaft. Die deutsch-jüdische Presse und der Krieg von 1870/71 
  • Susanne Marten-Finnis: Von der Sprache der Obrigkeit zur Sprache der Verbindlichkeit? Sprachenwandel und Ideologisierung der jüdischen Öffentlichkeit in Czernowitz (1918–1940)
  • Marion Brandt: Der Danziger Dichter und Publizist Erich Ruschkewitz (1904–1941?)
  • Malgorzata Maksymiak-Fugmann: „Man muss sich zwingen […]“. Die Sprachpolitik als Gegenstand einer Pressedebatte im Palästina der dreißiger Jahre
  • 2. Jüdische Geschichte und jüdisches Gedächtnis in der deutsch-jüdischen Presse von der Aufklärung bis zur Weimarer Republik
    Louise Hecht: „Geschichte der Großen Israels.“ Die historiographische Bedeutung von Biographien in der frühen jüdischen Presse
  • Carsten Schapkow: Die deutsch-jüdische Presse der Haskalah und das iberisch-sephardische Vorbild der Maskilim
  • Martina Steer: „Moses Mendelssohn und wir“. Moses Mendelssohn in der deutsch-jüdischen Presse bis 1929
  • Michael Nagel: „Sie gerieten nicht in Verzweiflung“: Zum historischen Erzählen in der deutsch-jüdischen Presse zwischen 1837 und 1939
  • Irene Aue: Geschichte besprechen. Geschichtsvermittlung in Rezensionen der deutsch-jüdischen Presse in der Weimarer Republik am Beispiel von Arbeiten Selma Sterns und Fritz Baers
  • 3. Der Westen im Osten, der Osten im Westen: Wahrnehmungen und Positionen
    Tobias Grill: Die polnisch-jüdische Tageszeitung Dos Jiddische Vort als Versuch eines deutsch-jüdischen Kulturtransfers nach Osteuropa
  • Iwona Kotelnicka: Wilhelm Feldman – ein polnisch-jüdischer Publizist in den Diskussionen seiner Zeit
  • Eleonore Lappin: Zwischen den Fronten: Das Wiener Jüdische Archiv. Mitteilungen des Komitees „Jüdisches Kriegsarchiv“ 1915–1918
  • Karol Sauerland: Die Kontroverse um Hermann Cohens Angriffe gegen den Zionismus und seine Stellungnahmen für die Assimilation der Ostjuden
  • Klaus Hödl: Die Annäherung von Ost- und Westjuden auf narrativer Grundlage
  • Anna-Christin Saß: Vom Mizrekh-Yid zur Jüdischen Welt. Die Publikationsorgane des „Verbands der Ostjuden“ als Dokumente ostjüdischen Selbstverständnisses im Berlin der Weimarer Republik
  • 4. Konzepte jüdischer Kultur in der deutsch-jüdischen und jiddischen Presse
    Andreas Brämer: „… für den besonderen Beruf des jüdischen Lehrers geeignete Organe zu schaffen…“. Die Anfänge der jüdischen Lehrerpresse in Deutschland (1841–1872)
  • David A. Brenner: „Schlemiel, Shlimazel“: A Pre-Postcolonialist Satire of „Germans,“ „Jews,“ and „Blacks“
  • Arndt Kremer : „… wir Juden machen jetzt eine ähnliche Bewegung durch wie Deutschland in den Jahren 1770 bis 1870.“ Das Konzept der sprachbestimmten deutschen Kulturnation und das kulturzionistische Sprachprojekt in der Zeitschrift Jüdische Rundschau
  • Rudolf Oswald: Von der „Degeneration“ nationaler Heroen: Kulturpessimistische Rezeptionen jüdischer Geschichte in der deutschsprachigen zionistischen Sportpresse der Zwischenkriegszeit
  • M.Celka K. Straughn: Reviewing the Weimar Jewish Renaissance: Exhibition Reviews in the German-Jewish Press
  • Gideon Reuveni: Anzeigen in der jüdischen Presse der Weimarer Epoche
  • Esther Jonas-Märtin: Zwischen Journalismus und Belletristik: Kadye Molodovsky (1894–1974)

Abstracts in deutscher und englischer Sprache
Die Autorinnen und Autoren
Register der Personen 


Band II

  • Vorwort/Introduction
  • 5. Religion und Politik in der europäisch-jüdischen Presse vor der Shoah
  • Eszter Brigitta Gantner: Magyar Zsidó [Ungarischer Jude] – Eine deutsch- und ungarischsprachige Zeitschrift für das orthodoxe Judentum, 1867–1870
  • Evelyn Adunka: Über die Wiener jüdische Journalistin Clotilde Benedikt (geb. 1868)
  • Regina Schleicher: Spott auf einem schmalen Grat – Der Schlemiel, eine frühe zionistische Satirezeitschrift
  • Dieter J. Hecht: Die Jüdische Zeitung (Wien 1907–1920): Ein nationaljüdisches Organ
  • Daniel Fraenkel: “The floor is open to everyone” [„ein offener Sprechsaal für jedermann”]: the Historical Uniqueness and Significance of the Neue jüdische Monatshefte; 1916–1920
  • Miroslava Kyselá: Die jüdische Presse für die Jugend in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit
  • 6. Antisemitismus, Faschismus und Nationalsozialismus: Reaktionen und Interpretationen, 1880–1943
    Sonja Weinberg: Die Allgemeine Zeitung des Judentums (AZJ)und der gewalttätige Antisemitismus in Deutschland und Russland 1881–1882
  • Julia Schäfer: Die Repräsentation des jüdisch-deutschen Mannes im Schild (1921–38)
  • Silvia Cresti: „So hielt die Kultur der Welt Einzug ins Ghetto“: Diskussionen zu Ausschluss und Integration in der jüdischen Presse Italiens und Deutschlands vor 1938
  • Marlen Oehler: Krisenwahrnehmungen in der jüdischen Presse. Eine quantitative Betrachtung deutsch-jüdischer Zeitungen in der Endphase der Weimarer Republik
  • Clemens Maier: Das Jüdische Nachrichtenblatt 1938–1943 – Instrument der Verfolgung und Mittel der Selbstbehauptung
  • Ilana Nowatzky-Bendet: Nazi Germany's War Threat as Depicted by the Hebrew Press in Palestine, 1933–1939
  • 7. Neuorientierungen nach der Shoah
    Thomas Pegelow Kaplan: Meanings of Jewishness and Germanness Reassessed: Jews and Germans and the Reemerging Press in Germany, 1945–1948
  • Michael John: Ausdruck einer Parallelgesellschaft – Linz an der Donau ein jüdisches Presse- und Kulturzentrum?
  • Susanne Schönborn: Die Jüdische Allgemeine – Ein Spiegel der jüdischen Gemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland?
  • Johannes Valentin Schwarz: „Ein Kompliment gegenüber der jüdischen Geschichte“. Die Presseausstellungen des Internationalen Zeitungsmuseums der Stadt Aachen zur „Jüdischen Presse im 19. Jahrhundert“ im Spannungsfeld zwischen Geschichtsforschung und Politik (1967–71)
  • Lothar Mertens: Außenpolitisch „bedeutsam“ – im Innern unbeachtet: Die politische Instrumentalisierung des Nachrichtenblatts des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in der DDR (1949–1989)

Abstracts in deutscher und englischer Sprache
Die Autorinnen und Autoren
Register der Personen

Siehe hierzu auch die kurze Darstellung zu |Band 1| und |Band 2| auf Kakanien revisited

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Räume und Wege. Jüdische Geschichte im Alten Reich 1300–1800

Hrsg. von Rolf Kießling, Peter Rauscher, Stefan Rohrbacher und Barbara Staudinger
Colloquia Augustana, Bd. 25, Berlin 2007, Akademie Verlag, 378 Seiten

Die jüdische Geschichte als integralen Bestandteil des Alten Reiches zu verstehen und Gemeinsamkeiten und Differenzen jüdischen Lebens während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit aufzudecken war das Anliegen einer internationalen wissenschaftlichen Tagung am Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg.

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Der daraus hervorgegangene Band untersucht die politischen Rahmenbedingungen, die für die Geschicke der jüdischen Gemeinschaften bestimmend waren. Ebenso widmet er sich Fragen jüdischer politischer Kommunikation und Organisation, der Geschlechtergeschichte sowie den verschiedenen Formen von Mobilität und Überwindung kultureller und politischer Grenzen. Zudem setzt er sich kritisch mit den beiden Überlieferungssträngen selbst, den Urkunden und Akten einer Verwaltungstätigkeit der christlichen Obrigkeit wie den Quellen innerjüdischer Provenienz, auseinander.

 Das Buch folgt der Überzeugung, dass es für ein tieferes Verständnis jüdischer Geschichte unerlässlich ist, die Perspektiven und Methoden der Judaistik mit der Reichs- und Landes-geschichte, der Geistesgeschichte und der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte zusammenzuführen.

 

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Frauen und Frauenbilder in der europäisch-jüdischen Presse von der Aufklärung bis 1945

Hrsg. von Eleonore Lappin und Michael Nagel. Die jüdische Presse. Kommunikationsgeschichte im europäischen Raum hrsg. von Susanne Marten-Finnis und Michael Nagel, Bd. 3, zugleich Presse und Geschichte - Neue Beiträge hrsg. von Holger Böning, Michael Nagel und Johannes Weber, Bd. 29. edition lumière bremen. Bremen 2007, 285 S.

Dieser Band versteht sich als eine erste Annäherung an das vielschichtige Thema der Rolle der Frau innerhalb der historischen jüdischen Presse.

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Einerseits wird die Beteiligung von Journalistinnen und Herausgeberinnen in dieser Presse – nicht nur bei Frauenzeitschriften – untersucht, andererseits geht es um die hier dokumentierten Frauenbilder und Entwürfe von Weiblichkeit. Die vorliegenden Studien folgen interdisziplinären Ansätzen. Sie können als Beiträge zur Gender- und Frauengeschichte gelesen werden und gehen gleichzeitig kommunikationshistorischen Fragestellungen nach.

Zum zeitlichen, räumlichen und sprachlichen Bezug: Die Beiträge behandeln den Zeitraum ab 1783, dem Gründungsjahr des hebräischen „ha-Me'assef“, bis hin zur frauenspezifischen Berichterstattung des New-Yorker „Aufbau“ während der NS-Zeit bis 1945. Der geographische Raum, in dem die hier erwähnten Periodika herausgegeben und gelesen wurden, reicht von den USA über Europa bis nach Palästina/Erez Israel, wobei der Schwerpunkt auf Mittel- und Osteuropa liegt. Untersucht werden Zeitschriften und Zeitungen, die in hebräischer, jiddischer, polnischer, russischer, ungarischer und deutscher Sprache erschienen – was übrigens Ansätze eines transnationalen Vergleichens erlaubt, wie es gerade für die Erforschung der jüdischen Geschichte und Kultur von Bedeutung ist.

Inhalt

  • Eleonore Lappin und Michael Nagel, Vorwort
  • Louise Hecht, „Die Söhne sollt ihr unterrichten und nicht die Töchter.“ Zur Ambivalenz des Frauenbildes in der jüdischen Presse der Aufklärung
  • Johannes Valentin Schwarz, „Einige Worte an junge Frauenzimmer“ Mädchen und Frauen als Zielpublikum jüdischer Periodika in Deutschland vor 1850
  • Brigitta Eszter Gantner, „Doktorin und Ehefrau in einer Person – das kann ich mir nicht einmal vorstellen.“ Das Bild der jüdischen Frau in der ungarisch-jüdischen Presse um die Jahrhundertwende
  • Alison Rose, Perceptions of Christian Women in the Turn-of-the-Century Viennese Jewish Press
  • Susanne Marten Finnis, Von der Sprache der Frauen zur Sprache der Revolution? Esther Frumkin, der „Bund" und die „Entführung“ des Jiddischen im nachrevolutionären Russland
  • Esther Jonas-Märtin, Über das Frauenbild jiddischsprachiger Schriftstellerinnen
  • Katrin Steffen, Für „bewusste Mutterschaft“ und eine „physische Erneuerung der Judenheit“ – die jüdische Frauenzeitschrift „Ewa“ (1928–1933) in Warschau
  • Claudia Prestel, Die deutsch-jüdische Presse und die weibliche Sexualität: „Freie Liebe“ oder die Rückkehr zu traditionellem jüdischem Familienleben?
  • Eleonore Lappin, Befreiung der Jugend - Befreiung der Frauen Siegfried Bernfeld und die Zeitschriften „Der Anfang“ und „Jerubbaal“
  • Dieter Hecht, „Frauenrecht und Frauenarbeit“ Journalistinnen in der jüdischen Presse Österreichs in der Ersten Republik 1918–1934
  • Stefanie Leuenberger, „Nicht dem Willen, aber dem Wesen nach jüdisch“. Zum Bild Else Lasker-Schülers in den Zeitschriften „Ost und West", „Die Freistatt“ und „Die Jüdische Rundschau“
  • Miroslava Kyselá, Die Journalistinnen des Wochenblatts „Selbstwehr“
  • Malgorzata Maksymiak-Fugmann, „Ich lerne Steine behauen..." Frauenideale und Frauenstatus in der „neuen Gesellschaft" des vorstaatlichen Israel
  • Martina Steer, „Das Geheimnis der Esther Hameln“. Bertha Badt-Strauss’ Fortsetzungsroman als Spiegel jüdischer Lebenswirklichkeit
  • Michael Nagel, Lebensentwürfe für Mädchen in den Kinder- und Jugendbeilagen der deutsch-jüdischen Presse 1933–1938
  • Lothar Mertens, Zwischen perfekter Hausfrau und mutiger Businessmanagerin. Das Frauenbild im New Yorker „Aufbau“ bis 1945

Rezension zu diesem Buch auf |H-Soz-u-Kult|

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Ein Thema, zwei Perspektiven. Juden und Christen in Mittelalter und Frühneuzeit

Hrsg. von Eveline Brugger und Birgit Wiedl
StudienVerlag Innsbruck-Wien-Bozen 2007, 318 S. |Download|

Das Konzept des Sammelbandes besteht in einer Gegenüberstellung verschiedener thematischer Schwerpunkte aus jüdischer und christlicher Perspektive.

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Die Beiträge umfassen eine Vielfalt an Themen: von historischen Fragestellungen (rechtliche Stellung, Siedlungsverhalten, wirtschaftliche Situation) über soziale Themen bis hin zum literarischen Schaffen. Die vergleichende Darstellungsweise ermöglicht sowohl eine Veranschaulichung der Unterschiede, die zwischen christlicher und jüdischer „Lebenswelt“ herrschten, als auch das Aufzeigen einer erstaunlichen Vielzahl von Parallelen. Außerdem werden gegenseitige Beeinflussungen jüdischer und christlicher Lebensweise sichtbar, die ein intensiveres Mit- als Nebeneinander erkennen lassen, als man vielleicht ursprünglich annehmen würde.

Inhalt

  • Eveline Brugger, Birgit Wiedl, Vorwort
  • Friedrich Battenberg, Rechtliche Aspekte der vormodernen aschkenasischen Judenschaft in christlicher Umwelt. Zu einem Paradigmenwechsel im „Judenrecht“ im frühen 16. Jahrhundert
  • Thomas Winkelbauer, Die rechtliche Stellung der Täufer im 16. und 17. Jahrhundert am Beispiel der habsburgischen Länder
  • Barbara Staudinger, Nur am Rande der Gesellschaft? Die jüdische Minderheit zwischen Abgrenzung und Integration im frühneuzeitlichen Österreich
  • Alfred Stefan Weiß, „Almosen geben ist leichter als von Almosen leben.“ Ausdrucksformen der Armut an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit
  • Eveline Brugger, Do musten da hin zue den iuden varn – die Rolle(n) jüdischer Geldgeber im spätmittelalterlichen Österreich
  • Hans-Jörg Gilomen, Die ökonomischen Grundlagen des Kredits und die christlich-jüdische Konkurrenz im Spätmittelalter
  • Martha Keil, Orte der jüdischen Öffentlichkeit: Judenviertel, Synagoge, Friedhof
  • Karl Brunner, Inszenierung und Öffentlichkeit in und um Kirchen im Mittelalter

 

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Hofjuden und Landjuden. Jüdisches Leben in der Frühneuzeit

Hrsg. von Sabine Hödl, Peter Rauscher und Barbara Staudinger
Berlin-Wien 2004. 399 S., Philo-Verlag

Politische und ökonomische Entwicklungen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit führten zu einer grundlegenden Wandlung der jüdischen Siedlungsstrukturen im Heiligen Römischen Reich. Die meisten großen Gemeinden verschwanden; es enstanden Ansiedlungen in kleinen Landstädten und Dörfern. Diese Verschiebung der Zentren ließ neue Bezugspunkte entstehen. Das soziale Spektrum jüdischer Existenz umfasste Landjuden, Handwerker, Gemein-de-funktionäre, Gesinde, Angestellte und Betteljuden.

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Jede dieser Gruppen erfüllte bestimmte Funktionen und Rollen in der jüdischen wie auch in der christlichen Gesellschaft, nicht nur abhängig von der allgemeinen Rechtsstellung der Judenschaft, sondern auch bedingt durch individuelle Privilegien. Die beiden für Juden geltenden Rechtssphären – hier jüdisches Recht, dort obrigkeitliches Recht – charakterisierten auch in der Frühen Neuzeit jüdische Existenz in einer andersgläubigen Mehr-heitsgesellschaft. Der jüdischen Oberschicht kam nach außen wie nach innen eine zentrale Rolle zu, zum einen durch ihre Vertreterfunktion gegenüber der Obrigkeit, zum anderen durch ihre Führungsposition gegenüber der Judenschaft. Namhafte Wissenschaftler und Wissen-schaftlerinnen aus Deutschland, Israel, Österreich und der Tschechischen Republik stellen in ihren Beiträgen diese unterschiedlichen Aspekte jüdischer Lebenswelten von Frankfurt über Prag und Wien bis Budapest vor.

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Jüdische Gemeinden – Kontinuitäten und Brüche

Hrsg. von Eleonore Lappin
Philo-Verlag, Berlin-Wien 2002

Jüdische Gemeinden sind mehr als religiöse Gemeinschaften, sie stellen das jüdische Kollektiv in einzelnen Ländern und Orten dar. Das Erscheinungsbild dieser Kollektive wird einerseits durch ihre Umwelt, andererseits durch innerjüdische Entwicklungen bestimmt. Die in diesem Band ersammelten Essays zeigen, daß die Juden durch Emanzipation, Akkulturation und Säkularisierung zum integralen Bestandteil ihrer Umwelt wurden, was zu neuen Formen religiösen, kulturellen und politischen Lebens geführt hat.

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Inhalt
Ariel Muzicant (S. 11–13), 150 Jahre Wiener Kultusgemeinde

Eleonore Lappin (S. 15–20), Vorwort der Herausgeberin

I. Das Erbe der Habsburger Monarchie

  • Lois C. Dubin (S. 23–42), The Jews of Trieste: Between Mitteleuropa and Mittelmeer, 1719–1939
  • Mykola Kuschnir (S. 43–52), Czernowitz – Stadt ohne Juden? Das Bukowiner Judentum zwischen Mythos und Realität
  • Juraj Sedivy (S. 53–62), Im Schatten der großen Geschichte? – Die heutige Gemeinde in Pressburg/Bratislava
  • Géza Komoróczy (S. 63–101), Israeliten / Juden in ihrer Gemeinde. Juden in der ungarischen Gesellschaft der Nachkriegszeit, 1945–2000

II. Israelitische Kultusgemeinden in Österreich

  • Marsha L. Rozenblit (S. 105–130), From Habsburg Jews to Austrian Jews: The Jews of Vienna, 1918–1938
  • Evelyn Adunka (S. 131–137), Die Wiener jüdische Gemeinde
  • Michael John (S. 139–178), Gebrochene Kontinuität – Die Kultusgemeinde Linz nach 1945
  • Helga Embacher, Albert Lichtblau (S. 179–198), Die Jüdische Gemeinde in Salzburg seit 1867 – Ein Neubeginn nach 369 Jahren Verbannung
  • Niko Hofinger (S. 199–210), Eine kleine Gemeinde zwischen Erinnerung und jüdischem Alltag: Die Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg in Innsbruck nach 1945
  • Dieter A. Binder (S. 211–241), Jüdische Steiermark - Steirisches Judentum

III. Juden auf Wanderschaft

  • Haim Avni (S. 245–265), „Insular Jewish Communal Life:“ Russian Jews in Argentina and German Jews in Bolivia
  • Edna Brocke (S. 267–281), Jüdisches Leben in der Bundesrepublik Deutschland
  • Michel Abitbol (S. 283–294), From an „Israelite“ Identity to a „Jewish“ Identity and Back – French Jewry Forty Years After the Jewish Immigration from North Africa
  • Mira Katzburg-Yungman (S. 295–319), The New Synagogue in the New World
  • Renate Meissner (S. 32–345), „Auf den Schwingen des Adlers“­ Von Jemen nach Zion
  • Sergio DellaPergola (S. 347-364), World Jewish Population at the Dawn of the 21st Century: Trends, Prospects and Implications
  • AutorInnen (S. 365–357)

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„Die Wehen des Messias“. Zeitenwenden in der jüdischen Geschichte

Hrsg. von Eveline Brugger und Martha Keil
Philo-Verlag, Berlin-Wien 2001

Die Hoffnung auf den Gesalbten ist zentraler Inhalt der jüdischen Religion und findet im täglichen Gebet, in den Gottesdiensten und Feiertagsritualen ihren Ausdruck. Die drängende Erwartung vor allem in Zeiten der Verfolgung, aber auch Strategien der Vertröstung und Sinngebung sind integraler Bestand jüdischen Glaubens- und Geisteslebens. Die geistige Verarbeitung der Enttäuschung über das Ausbleiben der Erlösung fand durch Jahrhunderte in theologischen, philosophischen und künstlerischen Zeugnissen ihren Niederschlag und trat in Austausch mit den Religionen und Kulturen der Lebensorte. Aufklärung, Rationalismus, Akkulturation und Assimilation des jüdischen Bürgertums relativierten den Glauben an den Messias.

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„Die Sehnsucht macht den Messias“ – eine Gedankenlinie, die vom Urheber dieses Satzes, Theodor Herzl, über Hermann Cohen bis zu den jüdischen Denkern des 20. Jahrhunderts wie Buber, Bloch und Adorno führt. Es liegt an uns Menschen, die Erlösung herbeizuführen, doch die Juden haben bei dieser Aufgabe eine Vorreiterrolle, so Hermann Cohen, darin besteht die Erwählung. Die Teilnehmer der 10. Sommerakademie des Instituts für Geschichte der Juden in Österreich machten in ihren Beiträgen unterschiedliche Wege – von kabbalistischen Berechnungen und Erlösungswerken, von den säkularen Ausformungen wie Sozialismus und Zionismus bis zu messianischen Web-Sides – zum Gegenstand ihrer Betrachtungen.

Inhalt

  • Alexander Demandt (S. 11–30), Zeitenwende unter Augustus – Zum Ursprung einer Idee
  •  Klaus Lohrmann (S. 31–46), Zeitbewußtsein und Lebensformen im Mittelalter
  • Gerold Necker (S. 47–66), „Brennende Landschaft der Erlösung“: Jüdische Mystik und Messiashoffnung in Mitteleuropa (1200–1500)
  • Karl E. Grözinger (S. 67–90), Zahlen, die Geschichte machen. Die Zahl als Orientierungshilfe in der jüdischen Historiosophie
  • Kurt Schubert (S. 91–104), Die Kabbala – eine Einführung
  • Eveline Goodman-Thau (S. 105–134), Vom Widerspruch der Geschichte. Kabbala als Bruch und Brücke zwischen Zeit und Ewigkeit
  • Christoph Schulte (S. 135–166), Der Messias der Utopie. Elemente des Messianismus bei einigen modernen jüdischen Linksintellektuellen
  • Klaus S. Davidowicz (S. 167–192), Martin Buber und der Messianismus
  • Yossef Schwartz (S. 193–212), Zionismus als säkularer Messianismus: Der Fall deutsch-jüdische Intellektuelle
  • Gerhard Bodendorfer (S. 213–216), Messianismus im Internet: Einige Links und Hinweise

 

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Erinnerung als Gegenwart. Jüdische Gedenkkulturen

Hrsg. von Sabine Hödl und Eleonore Lappin
Philo-Verlag, Berlin-Wien 2000

Erinnerung spielt eine zentrale Rolle in der jüdischen Religion. Sie dient bis heute der Interpretation der Welt und prägt das jüdische Selbstverständnis. In diesem Buch thematisieren Vertreter so unterschiedlicher Disziplinen wie der Geschichts- und Literaturwissenschaft, Kunst und Architektur sowie der Theologie und Kulturanthropologie die vielfältigen Formen jüdischer Erinnerung in Vergangenheit und Gegenwart. Sie gehen dabei Sinn und Ziel der Erinnerung nach, wie sie z.B. die Tradition der Memorbücher oder die Beschreibung von Lebensorten abbilden. Breiter Raum wird der Erinnerung an den Holocaust und dem Verlust der Heimat als zentralen Ereignissen jüdischer Existenz im 20. Jahrhundert eingeräumt.

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Inhalt

  • Rabbiner Albert H. Friedlander (S. 11–31), Sachor – Erinnern im jüdischen Denken durch die Jahrtausende
  •  Aubrey Pomerance (S. 33–53), „Bekannt in den Toren.“ Name und Nachruf in Memorbüchern
  • Michael Brenner (S. 55–78), Geschichte als Politik – Politik als Geschichte: Drei Wege jüdischer Geschichtsauffassung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
  • Gershon Shaked (S. 79–88), Gedanken zu Samuel Josef Agnons „Nur wie ein Gast zur Nacht“
  • Albert Lichtblau (S. 89–128), Die Chiffre Sommerfrische als Erinnerungstopos. Der retrospektiv-lebensgeschichtliche Blick
  • Melissa Gould (S. 129–147), Nieder Here Nor There. Memorial Projects 
  • Matti Bunzl (S. 149–172), Die Wiener Jahrhundertwende und die Konstruktion jüdischer Identitäten in der Zweiten Republik
  • Cilly Kugelmann (S. 173–192), Bringschuld, Erbe und Besitz. Jüdische Museen nach 1945
  • Mosche Zimmermann (S. 193–210), Der Wettbewerb um die Erinnerung an die Shoa: Institutionen, Ideologien und Interessen
  • Heidemarie Uhl (S. 211–232), Gedächtnisraum Graz. Zeitgeschichtliche Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum von 1945 bis zur Gegenwart

 

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Die jüdische Familie in Geschichte und Gegenwart

Hrsg. von Sabine Hödl und Martha Keil
Philo-Verlag, Berlin-Bodenheim/Mainz 1999

Die Familienforschung im Rahmen der historischen Anthropologie und Sozialgeschichte ist allgemein ein junges Forschungsgebiet, die wissenschaftliche Beschäftigung mit der jüdischen Familie ausgenommen in den USA und in Israel nahezu ein Forschungsdesiderat. Schon im Mittelalter konstatierten auch die judenfeindlichsten Prediger, daß die Juden ein vorbildliches Familienleben führten. Die jüdische Familie bildete einen Zusammenhalt gegenüber den äußeren Anfeindungen. Auf diesem Hintergrund wird die Rolle der einzelnen Familienmitglieder, deren Aufgaben und Erwartungen, die die Gemeinschaft in sie setzte, untersucht.

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Es verwundert nicht weiter, daß sich die Juden angesichts ihrer benachteiligten Rechtslage besonders für die Prämissen der Freiheit und Gleichheit begeisterten. Daß die doppelt unterdrückten jüdischen Frauen ihren Weg ins Freie mit Hilfe von Bildung suchten, kann z.B. durch die hohen Schülerrinnenzahlen an den Gymnasien der Monarchie nachgewiesen werden. Die enormen wirtschaftlichen Umwälzungen des letzten Jahrhunderts brachten auch große gesellschaftliche Veränderungen mit sich. Sie sollten dazu anregen, die herkömmlichen, mit Ideologie überfrachteten Familien- und Geschlechterrollen auf ihre Lebbarkeit in der heutigen Gesellschaft zu überprüfen. Hier gibt die vergleichende Forschung Anstoß für die Infragestellung unserer eigenen Denkmuster.

 

Inhalt

  • Klaus Lohrmann (S. 9–26), Gemeinde – Haushalt – Familie. Die Bedeutung der Familie in der jüdischen Gemeinde des Mittelalters
  • Martha Keil (S. 27–50), „Maistrin“ und Geschäftsfrau. Jüdische Oberschichtfrauen im spätmittelalterlichen Österreich 
  • Sabine Hödl (S. 51–77), Die Briefe von Prager an Wiener Juden (1619) als familienhistorische Quelle 
  • Rotraud Ries (S. 79–105), Hofjudenfamilien unter dem Einfluß von Akkulturation und Assimilation 
  • Tina Walzer (S. 107–121), Von Großhändlern und Gehilfen. Aspekte der Sozialgeschichte Wiener jüdischer Familien im 19. Jahrhundert 
  • Sándor Holbok (S. 123–140), Jüdische Kindheit zwischen Tradition und Assimilation 
  • Renate Göllner (S. 141–160), Abschied vom Judentum? Bemerkungen zur Emanzipationsgeschichte jüdischer Frauen
  • Eleonore Lappin (S. 161–191), Die zionistische Jugendbewegung als Familienersatz?
  • Gila Adar (S. 193–199), The Family in the Israeli Kibbutz 
  • Katherine Klinger (S. 201–213), Oh meine Freunde, warum schweigt ihr, wo doch das Schweigen nicht schweigt? Gedanken zur Kommunikation in jüdischen Familien nach der Shoah 
  • Gabriele Rosenthal (S. 215–245), Trennende und bindende Vergangenheiten. Zur familienbiographischen Arbeit und Dynamik in Ehen zwischen Nachkommen von Überlebenden der Shoah und von Nazi-Tätern

 

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Studien zur Geschichte der Juden in Österreich, Bd. 2

Hrsg. von Martha Keil und Eleonore Lappin
Philo-Verlag, Bodenheim/Mainz 1997

Zum zehnjährigen Jubiläum des Instituts für Geschichte der Juden in Österreich bietet dieser Band der „Studien zur Geschichte der Juden in Österreich“ den neuesten Stand der Forschung zur jüdisch-österreichischen Beziehungsgeschichte in allen Epochen, einschließlich derjenigen Zeiträume, die nach großen Vertreibungen, in „Zeiten ohne Juden“, bisher aufgrund der schwierigen Quellenlage kaum bearbeitet wurden.

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Inhalt

  • Eveline Brugger, Susanne Fritsch, Claudia Ham, Julia Kleindinst (S.1–8), „… nach vnsers Landes recht ze Oesterreich, als der iudische brief sait…" Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich im Mittelalter – ein Arbeitsbericht
  •  Martha Keil (S. 9–33), Juden in Grenzgemeinden: Wiener Neustadt und Ödenburg im Spätmittelalter 
  • Sabine Hödl (S. 35–64), … dem gemeinen Mann überal zu Verderben und menniglich zu unleidenlichen Beschwarungen … Studien zur Judenfeindschaft in Österreich von 1496 bis 1620 
  • Bettina Walzer (S. 65–79), Antisemitismus und die Literaturpolitik des politischen Katholizismus in Wien 1880–1933 
  • Michael John, Albert Lichtblau (S. 81–121), Mythos „deutsche Kultur“. Jüdische Gemeinden in Galizien und der Bukowina. Zur unterschiedlichen Ausformung kultureller Identität 
  • Gerhard Milchram (S. 123–140), Die Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in Neunkirchen/NÖ im 19. und 20. Jahrhundert 
  • Eleonore Lappin (S. 141–168), Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in Österreich 1944/45
  • Günther Burczik (S. 169–204), „Nur net dran rührn!“ Auf den Spuren der Todesmärsche ungarischer Juden durch Österreich nach Mauthausen im April 1945 
  • Evelyn Adunka (S. 205–222), Die Wiener jüdische Gemeinde und der Antisemitismus nach 1945

 

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Studien zur Geschichte der Juden in Österreich, Bd. 1

Hrsg. von Martha Keil und Klaus Lohrmann
Verlag Böhlau, Wien-Köln 1994

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Inhalt

  • Klaus Lohrmann (S. 11–40), Überlegungen zur vermögensrechtlichen Stellung der Juden im Mittelalter 
  • Martha Keil (S. 41-99), Der Liber Judeorum von Wr. Neustadt (1453–1500) – Edition 
  • Hannelore Grahammer (S. 100–120), Hetschel von Herzogenburg und seine Familie 
  • Bernhard Purin (S. 121–129), Die Juden in Vorarlberg und die süddeutsche Judenheit im 17. und 18. Jahrhundert 
  • Michael Ley (S. 130–139), Die Blut- und Rassenschandeprozesse im Kontext der nationalsozialistischen Heilstheologie 
  • Eleonore Lappin (S. 140–165), Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in Wien 1944/45 
  • Michael John/Albert Lichtblau (S. 166–191), Jüdische Unternehmer in Österreich nach 1945. Oral History und ihre Forschungsperspektiven für die postfaschistische jüdische Geschichte

 

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