Allgemeine Forschungen

Fremd/Vertraut. Zur Geschichte der Juden in Öste

Hg. von Martha Keil = Österreich. Geschichte, Literatur (ÖGL), hrsg. vom Institut für Österreichkunde, 61/2 (2017), 200 S.
Zu bestellen beim |Institut für Österreichkunde| oder direkt per |mail: bei uns.|

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Inhalt

  • Birgit Wiedl, Wo Juden wohnen. Die Entwicklung jüdischer Ansiedlung vom Mittelalter bis 1867 
  • Eveline Brugger, Geschützt, geschätzt, verfolgt. Jüdisches Leben innerhalb der christlichen Gesellschaft im Mittelalter
  • Martha Keil, Responsen, Predigten, Memorbücher. Hebräische Quellen aus dem frühneuzeitlichen Wien
  • Dieter J. Hecht, „Die Zionsstraße von Neu-Jerusalem“? Das soziale Inlusionsmodell der Wiener Ringstraße
  • Christoph Lind, Gott, Kaiser, Vaterland! Österreich-Ungarns Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg
  • Philipp Mettauer, „Das ist gewöhnlich die letzte Station.“ Die „Judenumsiedlung“ in Wien 1938–1942
  • Marianne Windsperger, Zwischen Ringstraße, Mazzesinsel und Simmering. Die Gegenwartsliteratur als Archiv jüdischer Geschichte in Österreich
  • Hans-Jürgen Schrader, Haim Schneider – Erinnerung an einen Jerusalemer Lyriker in Wien

 

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Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich im Mittelalter

Band 3: 1366–1386
Eveline Brugger, Birgit Wiedl. Hg. vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs. StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2015
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In Österreich ist reichhaltiges urkundliches Quellenmaterial zur mittelalterlichen Geschichte der Juden überliefert; dazu kommen zeitgenössische historiographische, literarische und theologische Texte. Die zahlreichen Quellen geben Aufschluss über die wirtschaftliche, rechtliche und persönliche Situation der Juden sowie über den Umgang der christlichen Umwelt mit ihnen.

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Daher wurde am Institut für jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten) eine Publikationsreihe in Angriff genommen, die dieses Material erstmals gesammelt in Regestenform zugänglich macht. Der vorliegende zweite Band dieser Reihe umfasst den Zeitraum von 1339 bis 1365; die darin enthaltenen Quellen lassen die Folgen der 1338 von Pulkau ausgehenden Verfolgungswelle ebenso erkennen wie die Auswirkungen, die die Pestzeit auf die österreichischen Juden hatte. Dazu ergeben diese Quellen ein genaueres Bild der Judenpolitik der Herzöge Albrecht II. und Rudolf IV. sowie der Landesfürsten der nicht von den Habsburgern regierten Territorien auf dem heutigen Bundesgebiet.

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Geschichte der Juden in Österreich

Eveline Brugger, Martha Keil, Albert Lichtblau, Christoph Lind, Barbara Staudinger
Unveränderte Neuauflag. Ueberreuter Verlag, Wien 2013

Das Standardwerk einer bewegten Geschichte: Dies ist die einzige umfassende Darstellung der österreichisch-jüdischen Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

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In einer Gesamtschau präsentiert das Autorenteam die Historie der Jüdinnen und Juden als integralen Bestandteil der österreichischen Geschichte. Sie war geprägt von engem Zusammenleben und gegenseitigem Kulturaustausch, aber auch von Ausgrenzung, Antisemitismus und schließlich Genozid und Neubeginn. Auch die Länder der Habsburger Monarchie werden in die Darstellung einbezogen.

Inhalt

  • Martha Keil, Gemeinde und Kultur: mittelalterliche Grundlagen jüdischen Lebens in Österreich
  • Eveline Brugger, Von der Ansiedlung bis zur Vertreibung – Juden in Österreich im Mittelalter
  • Barbara Staudinger, Die Zeit der Landjuden und der Judenstadt in Wien 1496–1670/71
  • Christoph Lind, Juden in den habsburgischen Ländern 1670–1848
  • Albert Lichtblau, Integration, Vernichtungsversuch und Neubeginn

Eine Rezension zum Buch finden Sie unter |H-Soz-Kult|.

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Jüdisches Geldgeschäft im Mittelalter

Hg. von Eveline Brugger, und Birgit Wiedl
Aschkenas. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 20, Heft 2. Berlin/Boston 2012

Der vorliegende Themenband fasst die Vorträge der 20. Internationalen Sommerakademie, welche vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs in Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Universität Klagenfurt und dem Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte an der Universität Salzburg organisiert wurde und von 7. bis 9. Juli 2010 in Wien stattfand, zusammen.

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Grundkonzept der Tagung war eine interdisziplinäre Annäherung an das Thema, dessen Implikationen weit über die Wirtschaftsgeschichte einer- und die jüdische Geschichte andererseits hinausreichen.

Dementsprechend versammelt der vorliegende Band Beiträge aus den Fachrichtungen der Theologie, der Judaistik, der Rechtsgeschichte und der Germanistik ebenso wie Arbeiten, die das jüdische Geldgeschäft in den Kontext der politischen Geschichte stellen und seine Auswirkungen auf die christlich-jüdische Interaktion beleuchten.

Rechtsbestimmungen weltlicher Herrscher sowie kirchliche und rabbinische Vorschriften zum Thema Geldleihe werden der alltäglichen Lebens- und Geschäftsrealität und diese wiederum der polemischen Auseinandersetzung mit dem Bild des jüdischen Wucherers gegenübergestellt und die jeweiligen Wechselwirkungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Der vorliegende Band erhebt dabei keinen Anspruch auf eine erschöpfende Darstellung des Themas; stattdessen versteht er sich als Diskussionsbeitrag zu einer breit angelegten Weiterführung der Fragestellung und ihrer wissenschaftlichen, aber auch gesamtgesellschaftlichen Implikationen, deren Aktualität gerade in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzmarktkrisen ungebrochen ist.

Inhalt

  • Eveline Brugger/Birgit Wiedl, Vorwort
  • Gerhard Langer, „Der Gerechte: Er leiht nicht gegen Zinsen und treibt keinen Profit ein“ (Ez 18,8). Zum biblischen und rabbinischen Zinsverbot
  • Martha Keil, Vom Segen der Geldleihe. Zinsennehmen und Steuerwesen in jüdischen Quellen des spätmittelalterlichen Österreich
  • Stefan Schima, Die Entwicklung des kanonischen Zinsverbots. Eine Darstellung unter besonderer Berücksichtigung der Bezugnahmen zum Judentum
  • Hans-Jörg Gilomen, Silbermangel und jüdische Geldleihe. Prämerkantilistische Bedenken gegen den lombardischen und jüdischen Geldhandel im Spätmittelalter
  • Markus Wenninger, Geld und Politik. Spezialprivilegien für jüdische Großbankiers des 14. Jahrhunderts im Südostalpenraum
  • Eveline Brugger, „So sollen die brief ab und tod sein“. Landesfürstliche Judenschul-dentilgungen im Österreich des 14. Jahrhunderts
  • Christian Domenig, Die Rolle der Juden im Herrschaftsaufbau der Grafen von Cilli
  • Christian Lackner, Juden im Rahmen der habsburgischen Finanzverwaltung im 14. Jahrhundert
  • Birgit Wiedl, Jüdisches Geld in der Kriegsfinanzierung Friedrichs des Schönen
  • Johannes Heil, Verschwörung, Wucher und Judenfeindschaft, oder: die Rechnung des Antichristen – Eine Skizze
  • Gunnar Mikosch, Von jüdischen Wucherern und christlichen Predigern. Eine Spuren-suche
  • Jörg R. Müller, „Gestolen und ainem juden versetzt“. Jüdische Pfandleiher zwischen legaler Geschäftspraxis und Hehlereivorwurf
  • Maria Dorninger, „Von dem grossen vberschlag deß Judischen Wuchers“? Notizen zum Bild des (Wucher-)Juden im (Spät-)Mittelalter
  • Winfried Frey, „Die Juden kennen kein Mitleid. Sie streben nur nach einem, nach Geld“. Mittelalterliche Stereotype des Wucherjuden in deutschen Texten von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert

 

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Besitz, Geschäft und Frauenrechte

Jüdische und chrisltiche Frauen in Dalmatien und Prag 1300–1600
Hg. von Martha Keil. Solivagus Verlag, Kiel 2011

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Die Beiträge dieser Publikation entstanden aus den Ergebnissen eines von 2004–2006 am Institut für jüdische Geschichte Österreichs durchgeführten Projekts, dessen Ziel es war, die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen aufzuzeigen, unter denen Frauen in der Lage waren, als eigenständige Rechtspersönlichkeiten und als Berufstätige zu agieren und über die Grenzen ihrer traditionellen Rollenzuschreibung hinaus eine aktive Position in ihrem Kollektiv einzunehmen.

 

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Austria Judaica

Quellen zur Geschichte der Juden in Niederösterreich und Wien 1496–1671
Bearbeitet von Peter Rauscher unter Mitarbeit von Barbara Staudinger. Mit einem Beitrag von Martha Keil. Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Band 7. Böhlau-Oldenbourg, Wien–München 2011

Erstmals seit der Schoa wird die Geschichte der Jüdinnen und Juden im österreichischen Donauraum von ca. 1500 bis zu ihrer Ausweisung 1671 dokumentiert.

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Neben einem umfangreichen Kommentar zur Überlieferungslage enthält der Band mehr als 200 der wichtigsten und repräsentativsten Quellen, die neue Einblicke in die jüdische Rechtsstellung, Siedlungsgeschichte, Religion und Kultur, in wirtschaftliche und soziale Verhältnisse sowie in die jüdisch-christlichen Beziehungen bieten.

|Rezension|

 

 

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Von Dreideln, Mazzes und Beschneidungsmessern

Jüdische Dinge im Museum
Hg. von Birgit Johler und Barbara Staudinger. Verein für Volkskunde, Wien 2011 Bestellung: |mail: Volkskundemuseum|

„Jüdische Dinge“ oder „Judaica“ sind nicht nur in Jüdischen Museen zu finden. Auch das Österreichische Museum für Volkskunde beherbergt eine solche Sammlung, die bis 1938 in den Schauräumen des Museums ausgestellt war. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie abgeräumt, magaziniert und vergessen.

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Heute, 73 Jahre nach der Schoa, wurden 20 Objekte aus diesem Fundus durch TeilnehmerInnen eines Seminars am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien bearbeitet. Ergebnis ist eine Ausstellung, die von Birgit Johler und Barbara Staudinger gemeinsam mit den Studierenden konzipert wurde und die sich mit jüdischen Dingwelten und mit den Sammlungsgeschichten bzw. der musealen Praxis auseinandersetzt. Die „Jüdischen Dinge“ sind Dinge ohne Erinnerung – vielfach existieren nur spärliche Informationen im Inventarbuch. Trotzdem sind sie „Zeitzeugen“ bzw. Informationsträger: Sie wurden nach ihren verschieden gelagerten Kontexten und Geschichten befragt, dazu gehören auch Fragen im Zusammenhang mit Raub bzw. bedenklichen Erwerbungen. Gefragt wurde aber auch nach stereotypen Bildern oder musealen Zuschreibungen in Vergangenheit und Gegenwart.

 

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Erzwungene Emigration nach Argentinien

Österreichisch-jüdische Lebensgeschichten
von Philipp Mettauer
Münster 2010
Bestellung: |Aschendorff-Buchverlag|

In diesem Band werden anhand einer umfassenden Auswahl von Interviewpassagen mit ÖsterreicherInnen, die während der NS-Zeit vertrieben worden waren, die individuellen Erfahrungen der Emigration nach Argentinien dargestellt, der „Alltag des Exils“. Von den geschätzten 2.300 österreichischen Flüchtlingen konnten 2001 bis 2003 noch 80 interviewt werden.

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Anhand der Fragestellungen und Methoden der Oral History wurden Interviews vor allem mit denjenigen Personen geführt, die nicht zu Berühmtheit gelangt sind, die keine Autobiografien geschrieben haben und deren Lebensgeschichte noch nicht in anderen Publikationen veröffentlicht worden ist. Zusätzlich bilden ein umfangreicher Briefwechsel, zahlreiche Dokumente aus Privatbeständen sowie umfassende Archiv-Recherchen in Buenos Aires die breite Quellenbasis dieses Buches.

Schwerpunkte sind neben der Sozialisation der interviewten Personen und dem Leben in Österreich bis zum „Anschluss“ und Novemberpogrom 1938 vor allem die Beraubung und Vertreibung, die Emigrationsvorbereitungen, die Flucht sowie schließlich die Ankunft und Akkulturation in Argentinien: der erste Eindruck von Buenos Aires, der auf die neu Angekommenen in der Millionenmetropole einwirkte und dabei im starken Kontrast zu den ländlichen Provinzen stand, das Erlernen der spanischen Sprache, die erste Wohnsituation, etc. Ein weiterer Fokus beinhaltet das vielschichtige Verhältnis der EmigrantInnen zu Österreich und Argentinien beziehungsweise zur argentinischen Politik und Zeitgeschichte, zum Judentum, Reisen in die „alte Heimat“, Bemühungen zu „Entschädigungen und Rückstellungen“ sowie die nicht erfolgte Remigration. Wie ein roter Faden ziehen sich dabei die Fragen nach den Brüchen, dem erzwungenen Neuanfang in einem fremden Land und die komplexe Thematik der Identität, die unweigerlich in der einen oder anderen Form mit dem Herkunftsland Österreich verbunden sind, durch beinahe alle Lebensgeschichten.

 

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Regesten zur Geschichte der Juden im Mittelalter

Band 2: 1339–1365
Eveline Brugger, Birgit Wiedl. Hg. vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs. StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2010
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In Österreich ist reichhaltiges urkundliches Quellenmaterial zur mittelalterlichen Geschichte der Juden überliefert; dazu kommen zeitgenössische historiographische, literarische und theologische Texte. Die zahlreichen Quellen geben Aufschluss über die wirtschaftliche, rechtliche und persönliche Situation der Juden sowie über den Umgang der christlichen Umwelt mit ihnen.

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Daher wurde am Institut für jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten) eine Publikationsreihe in Angriff genommen, die dieses Material erstmals gesammelt in Regestenform zugänglich macht. Der vorliegende zweite Band dieser Reihe umfasst den Zeitraum von 1339 bis 1365; die darin enthaltenen Quellen lassen die Folgen der 1338 von Pulkau ausgehenden Verfolgungswelle ebenso erkennen wie die Auswirkungen, die die Pestzeit auf die österreichischen Juden hatte. Dazu ergeben diese Quellen ein genaueres Bild der Judenpolitik der Herzöge Albrecht II. und Rudolf IV. sowie der Landesfürsten der nicht von den Habsburgern regierten Territorien auf dem heutigen Bundesgebiet.

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Erlebte Revolution 1848/49

Das Tagebuch des Wiener jüdischen Journalisten Benjamin Kewall
von Wolfgang Gasser unter Mitarbeit von Gottfried Glaßner
Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Bd. 3. Oldenbourg Verlag, Wien-München 2010, 540 S.
|Die Quelle ist online verfügbar|!

Dieses Buch beinhaltet eine besondere Kostbarkeit: das aus dem Müll gerettete Tagebuch des Hauslehrers und Journalisten Benjamin Kewall, das die Zeit vom 27. August 1848 bis zum 31. Mai 1850 umspannt. Seine Schilderungen betreffen die Wiener Revolution 1848/49 sowie zahlreiche Episoden aus seinen Lebenswelten und seinem beruflichen und politischen Umfeld.

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Mit dieser Edition werden die im Original auf Deutsch mit hebräischen Lettern festgehaltenen Aufzeichnungen nun in deutscher Schreibweise veröffentlicht und damit einem breiten Publikum lesbar gemacht. Das Original wird künftig auf der Website der ÖNB zugänglich sein.

Rezensionen
|Sehepunkte|
|die Zeit|

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1938. Auftakt zur Shoah in Österreich

Orte – Bilder – Erinnerungen
Hg. von Dieter J. Hecht, Eleonore Lappin, Michaela Raggam-Blesch, Lisa Rettl und Heidemarie Uhl. Milena Verlag, Wien 2008, 48 S., 72 Abb.

Der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 hatte eine Radikalisierung der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik gegen die jüdische Bevölkerung zur Folge: Die pogromartigen Gewaltexzesse in österreichischen Städten schrieben sich in die Geschichte der Shoah, der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im nationalsozialistischen Machtbereich, ein. In Wien hat Adolf Eichmann sein System der staatlich-institutionellen Beraubung, Vertreibung und Erfassung der jüdischen Bevölkerung eingeführt, das schließlich zu den Massendeportationen der europäischen Jüdinnen und Juden in die Vernichtung weiterentwickelt wurde.

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1938. Auftakt zur Shoah in Österreich. Orte – Bilder – Erinnerungen zeichnet die Erfahrungen der jüdischen WienerInnen und ÖsterreicherInnen vom „Anschluss“ im März bis zum Ende des Jahres 1938 nach. Auf die Misshandlungen und Demütigungsrituale sowie die privaten und behördlich angeordneten Plünderungen, Beraubungen und Verhaftungen des „Anschluss"-Pogroms folgten die rasche wirtschaftliche, berufliche und gesellschaftliche Ausgrenzung durch „Arisierungen“, Berufsverbote, Einschränkung der Bildungsmöglichkeiten und unzählige behördlich verordnete Beschränkungen – bis hin zum Verbot, Parks zu betreten.
Das Novemberpogrom bildete den vorläufigen Höhepunkt der NS-Verfolgungspolitik mit dem Ziel, die jüdische Bevölkerung aus dem Deutschen Reich zu vertreiben, ihr Eigentum aber einzubehalten. Die im Sommer 1938 von Adolf Eichmann in Wien eingerichtete „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ wurde dabei zur organisatorischen Keimzelle des Holocaust.

1938. Auftakt zur Shoah in Österreich. Orte – Bilder – Erinnerungen wählt bewusst die Perspektive der jüdischen Verfolgten. Nach 1945 fand die Erinnerung an die mehr als 65.000 österreichischen Opfer der Shoah lange Zeit kaum Eingang in das österreichische Geschichtsbewusstsein: Die Zweite Republik stellte sich selbst als „erstes Opfer" des Nationalsozialismus dar. Den Jüdinnen und Juden, die durch das NS-Regime verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, eine Stimme zu geben, dem Gedächtnis an die Opfer der Shoah im Gedenkjahr 2008 Präsenz zu verleihen, ist Ziel dieser Publikation.

Die Darstellung der Geschichte des Jahres 1938 aus der Perspektive der jüdischen Bevölkerung verwendet neue Formen historischen Erzählens: Lebensgeschichtliche Erinnerungen von ZeitzeugInnen werden mit konkreten Orten und Bildmaterial verknüpft sowie durch Dokumente und wissenschaftliche Kommentare ergänzt.

Cover: Melissa Gould „Souvenir Wien 1938“ Für die Coverillustration konnte Melissa Gould gewonnen werden, eine New Yorker Künstlerin, deren Vater aus Wien geflüchtet ist und deren Großvater in Auschwitz ermordet wurde. Die Installation „Schadenfreude“, die auf dem Cover zu sehen ist, war im Jahr 1995 im Imperial War Museum, London ausgestellt.

Coverillustration: Melissa Gould, Fotografie: Edward Woodman, Covergestaltung: Larissa Cerny

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Geschichte der Juden in Österreich

Eveline Brugger, Martha Keil, Albert Lichtblau, Christoph Lind, Barbara Staudinger
(Reihe Österreichische Geschichte, hg. von Herwig Wolfram, Bd. 15) Verlag Ueberreuter, Wien 2006

Das Standardwerk einer bewegten Geschichte: Dies ist die einzige umfassende Darstellung der österreichisch-jüdischen Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In einer Gesamtschau präsentiert das Autorenteam die Historie der Jüdinnen und Juden als integralen Bestandteil der österreichischen Geschichte. Sie war geprägt von engem Zusammenleben und gegenseitigem Kulturaustausch, aber auch von Ausgrenzung, Antisemitismus und schließlich Genozid und Neubeginn. Auch die Länder der Habsburger Monarchie werden in die Darstellung einbezogen.

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Inhalt

  • Martha Keil
    Gemeinde und Kultur: mittelalterliche Grundlagen jüdischen Lebens in Österreich
  • Eveline Brugger
    Von der Ansiedlung bis zur Vertreibung – Juden in Österreich im Mittelalter
  • Barbara Staudinger
    Die Zeit der Landjuden und der Judenstadt in Wien 1496–1670/71
  • Christoph Lind
    Juden in den habsburgischen Ländern 1670–1848
  • Albert Lichtblau
    Integration, Vernichtungsversuch und Neubeginn

Eine Rezension zum Buch finden Sie unter |H-Soz-Kult|.

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Regesten zur Geschichte der Juden im Mittelalter

Band 1: Von den Anfängen bis 1338
Eveline Brugger, Birgit Wiedl. Hg. vom Institut für Geschichte der Juden in Österreich. StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2005
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In Österreich ist reichhaltiges urkundliches Quellenmaterial zur mittelalterlichen Geschichte der Juden überliefert; dazu kommen zeitgenössische historiographische, literarische und theologische Texte. Die zahlreichen Quellen geben Aufschluss über die wirtschaftliche, rechtliche und persönliche Situation der Juden sowie über den Umgang der christlichen Umwelt mit ihnen.

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Daher wurde am Institut für Geschichte der Juden in Österreich (St. Pölten) eine Publikationsreihe in Angriff genommen, die dieses Material erstmals gesammelt in Regestenform zugänglich machen wird. Der erste Band umfasst dabei den Zeitraum vom frühesten quellenmäßig fassbaren Auftreten von Juden in Österreich bis 1338, dem Jahr der ersten großen, von Pulkau ausgehenden Verfolgungswelle gegen die österreichischen Juden. Anhand dieser Quellen lassen sich die Anfänge des jüdischen Lebens im mittelalterlichen Österreich nachvollziehen.

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Mein Schicksal war die Ausnahme

Erinnerungen eines Zeichners und Karikaturisten an Österreich, Ungarn und Israel
von Shemuel Katz
Hg. von Martha Keil im Auftrag des Instituts für Geschichte der Juden in Österreich. Styria Verlag, Graz 2001, 180 S., 70 Karikaturen

Auch in ungarischer und hebräischer Übersetzung erhältlich.

 

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Zwischen Finanz und Toleranz

Das Haus Habsburg und die Juden
von Klaus Lohrmann
Verlag Styria, Graz-Wien-Köln 2000

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Judenrecht und Judenpolitik im mittelalterlichen Österreich

Klaus Lohrmann
Böhlau Verlag, Wien-Köln 1990

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Die Lebendigkeit der Geschichte

(Dis-)Kontinuitäten in Diskursen über den Nationalsozialismus
Hg. von Eleonore Lappin und Bernhard Schneider. Band 13 der Reihe „Österreichische und internationale Literaturprozesse“, hg. von Herbert Arlt Röhrig. Universitätsverlag, St. Ingbert 2001

Ausgangspunkt für diesen Band waren die internationale Konferenz „The Presence of the Absence – Die Lebendigkeit der Geschichte“ (Wien 1999) und das Symposium „(Dis-)Kontinuitäten in gegenwärtigen Diskursen über den Nationalsozialismus“ (Wien 2000).

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Die Konferenz richtete sich an „Überlebende und Nachkommen von Opfern und Tätern des Nationalsozialismus“ und thematisierte zum einen die Problematik zufolge intergenerationeller Tradierungen auf „beiden Seiten“; zum anderen ging es um das – von diesen Tradierungen wesentlich determinierte – prekäre Verhältnis zwischen den Nachkommen der Opfer und jenen der Täterinnen, Mitläuferinnen und Zuseherinnen bzw. um die Voraussetzungen, die das gemeinsame Reden darüber ermöglichen. Der Komplexität der Thematik entsprechend bzw. im Hinblick auf eine möglichst umfassende Integration unterschiedlicher Perspektiven und Zugänge versammelte die Tagung wissenschaftliche Vorträge, Stellungnahmen von VertreterInnen „beider Seiten“, themenspezifische Arbeitskreise, Präsentationen von KünstlerInnen und pädagogischen Initiativen, Erfahrungsberichte sogenannter „encounter groups“ sowie ein Angebot zur Begegnung in persönlichem Rahmen. Schwerpunkte des Symposiums im Mai 2000 waren wissenschaftliche Beiträge zum Diskurs über den Nationalsozialismus im Kontext der familiären Kommunikation, der christlichen Kirchen und in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Einstellungen in Deutschland und Österreich

Inhalt

  • Moshe H. Jahoda: „Du hast gemordet und auch geerbt“ Erwartungen von Überlebenden der Schoa an die ÖsterreicherInnen und an Österreich (21–25)
  • Peter Pulzer: Exil und neue Heimat (26–29)
  • Heidemarie Uhl: Das „erste Opfer“ - Das österreichische Gedächtnis und seine Transformationen in der Zweiten Republik (30–46)
  • Moshe Zuckermann: Die Parzellierung der Schoa-Erinnerung im heutigen Israel. Vom historischen Ereignis zum Gegenstand ideologischer Projektion (47–62)
  • Gerard Rwagasana: The Rwandan Genocide of the Tutsis. Another Lesson of „Never Again“? (63–72)
  • Gerhard Bodendorfer: Schuld und Sühne?! Die katholische Kirche und ihr schwieriger Umgang mit der Schoa (73–88)
  • Prozess
    Claudia Kuretsidis-Haider: Verdrängte Schuld- vergessene Ahndung. NS-Prozesse in Österreich (91–104)
  • Wolfgang Neugebauer: Zur Problematik der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Österreich (105–118)
  • Wolfgang Benz: Möglichkeiten und Grenzen der Gerechtigkeit: NS-Prozesse und deutsche Nachkriegsgesellschaft in den ersten Nachkriegsjahren (119–130)
  • Michael Stiller: Zu arm, zu alt, zu hilflos. Echo auf aktuelle Forderungen von Opfern des Nationalsozialismus aus den Ländern der früheren Sowjetunion (131–136)
  • Daniel Strauß: Zur Nachkriegsgeschichte der Sinti und Roma in Deutschland (139–156)
  • Erika Thurner: Die Roma - Opfer von NS-Verfolgung und Nachkriegsentschädigungspolitik (157–169)
  • David Soetendorp: A Generation Confronting the Loss of Community (170–179)
  • Ruth Goodman: Mamory, Family Stories and Intergenerational Communication (180–196)
  • Gabriele Rosenthal: Sexuelle Gewalt in Kriegs- und Verfolgungszeiten. Biographische und transgenerationelle Spätfolgen bei Überlebenden der Schoah, ihren Kindern und EnkelInnen (197–225)
  • Miriam Rieck: Holocaust Survivors in Psychological Literature and in their Testimonies (226–234)
  • Dorit B. Whiteman: Emotional Adjustment of Concentration Camp Survivors and Escapees (235–241)
  • Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr: Vom Leben nach den Überleben. Die Lebenssituation von ehemals inhaftierten Österreicherinnen des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück (241–253)
  • Gertraud Benke und Ruth Wodak: Fulfilling One's Duty? Memorizing what has not been (257–295)
  • Doris Gödl: Das Schweigen zum Sprechen bringen. Generationengeschichte als Tätergeschichte (296–307)
  • Margit Reiter: „Tischgespräche“. Intergenerationelle Kommunikation über den Nationalsozialismus (308–323) und weitere Beiträge

 

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Jüdische Moderne zwischen Partikularismus und Universalismus, dargestellt anhand Martin Bubers Monatszeitschrift „Der Jude“ (1916–1928)

Eleonore Lappin
Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 62. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 2000

Die Zeitschrift Der Jude wurde 1916 als Organ der Zionistischen Weltorganisation gegründet. Ihre Aufgabe war es zunächst, die nationalen Ziele der Juden in Ost- und Mitteleuropa einem gebildeten Publikum nahezubringen. Dennoch, oder gerade deshalb, konzipierte der Herausgeber Martin Buber den Juden als Zeitschrift der Jüdischen Moderne, in der auch Nichtzionisten zu Wort kamen.

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Neben theoretischen Abhandlungen zur Ideologie des Zionismus und des jüdischen Nationalismus befaßte sich die Zeitschrift mit den konkreten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Juden in Europa und Palästina. Ein weiterer Schwerpunkt war die jüdische Kultur, wobei neben deutscher, jiddischer und hebräischer Literatur, Philosophie, Religionswissenschaft und Geschichte auch die Philologie und die jüdische Erziehung als Themen berücksichtigt wurden. Die Beiträge waren von den allgemeinen geistigen Strömungen der Zeit beeinflußt und versuchten, diese für die Belebung der jüdischen Kultur fruchtbar zu machen. Die Auffassung der jüdischen Lehre als universalistisch und sozial progressiv, wie sie Der Jude propagierte, prägte die Darstellung der jüdischen Renaissance ebenso wie die Vorstellungen von Wesen und Sinn des jüdischen Gemeinwesens in Palästina. Auf dem Gebiet der zionistischen Politik in Palästina war Der Jude das Sprachrohr jener deutschsprachigen Zionisten, die sich engagiert für jüdisch-arabische Koexistenz, aber auch für die Förderung der jüdischen Arbeit und der Kollektivsiedlungen in Palästina einsetzten. Die Berichte über jüdische Kultur gingen weit über die Interessen des Zionismus hinaus und dokumentieren die Vielfalt des geistigen Lebens der Juden im deutschsprachigen Raum der Zwischenkriegszeit.

 

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